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Der Zusammenhang subjektiver Altersbilder mit der Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten

  • Subjektive Altersbilder beziehen sich auf individuelle Vorstellungen, Einstellungen und Wahrnehmungen in Bezug auf das eigene Alter sowie auf die Altersgruppen und altersbedingten Veränderungen im Allgemeinen. Sie können das Verhalten, die Selbstwahrnehmung und das Selbstbild beeinflussen. Die Relevanz subjektiver Altersbilder liegt in ihrer vielschichtigen Bedeutung für das psychosoziale Wohlbefinden und der Gesundheit von Individuen. Daraus lassen sich Aussagen zum Verhalten von Menschen aller Altersgruppen und deren Interaktionen mit der Umwelt ableiten. Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten sind Instrumente der vorausschauenden Gesundheitsplanung, die es ermöglichen, im Voraus Entscheidungen über die zukünftige medizinische Versorgung im Notfall zu treffen. Die Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten kann Menschen jeder Altersgruppe ein hohes Maß an Autonomie und Selbstbestimmtheit ermöglichen, da sie individuelle Präferenzen und Werte erfassen, welche Eingang in medizinischen Entscheidungen finden. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen der im Jahr 2014 im Deutschen Alterssurvey (DEAS) erfassten subjektiven Altersbilder auf die Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten zu untersuchen. Darüber hinaus wird die Rolle von soziodemografischen Faktoren, von Interaktionen und Verlusten auf das Vorhandensein der jeweiligen Verfügungen analysiert. Mithilfe binär logistischer Regressionsmodelle konnte der Zusammenhang zwischen den subjektiven Altersbilder körperliche und soziale Verluste sowie den soziodemografischen Faktoren Alter, Geschlecht und Bildungsniveau und der Interaktion aus Geschlecht und dem Altersbild körperliche Verluste auf die Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten aufgezeigt werden. Es zeigt sich, dass die Altersbilder Persönliche Weiterentwicklung und Selbstkenntnis in dieser Untersuchung keinen Zusammenhang mit dem Vorliegen einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht aufweisen. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurde nachgewiesen, dass der Verlust eines Kindes oder Elternteils keine statistisch signifikante Rolle bei der Inanspruchnahme von Verfügungen spielt. TeilnehmerInnen mit einem negativeren subjektiven Altersbild körperliche Verluste zeigen eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Verfügungen als TeilnehmerInnen mit positivem Altersbild. TeilnehmerInnen mit einem positiven subjektiven Altersbild soziale Verluste nahmen die Verfügungen seltener in Anspruch. Mit zunehmendem Alter steigt sowohl deskriptiv als auch im logistischen Regressionsmodell die Wahrscheinlichkeit für die Inanspruchnahme einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht für alle TeilnehmerInnen. TeilnehmerInnen mit einem hohen oder mittleren Bildungsniveau weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Inanspruchnahme von Verfügungen auf als die Befragten mit niedrigen Bildungsniveau. Frauen weisen im vorliegenden Datensatz eine geringfügig höhere Wahrscheinlichkeit für die Inanspruchnahme der Verfügungen auf als männliche Probanden. Ferner zeigt sich, dass vor allem Frauen mit zunehmend negativem subjektiven Altersbild körperliche Verluste eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten aufweisen als Männer. Die vorliegende Dissertation leistet einen Beitrag zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen subjektiven Altersbildern und soziodemografischen Faktoren mit der Inanspruchnahme von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Im Rahmen dieser Arbeit wird die bestehende Sozialforschung ergänzt. Es ist anzumerken, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Validität der Ergebnisse angesichts von Limitationen zu prüfen.

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Metadaten
Author: Marie Ariane Zech
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-142274
Title Additional (English):The Association between Subjective Age Perceptions and the use of Advance Directives and Powers of Attorney
Referee:Prof. Dr. Susanne Wurm, JProf. Fiona Rupprecht
Advisor:Prof. Dr. Susanne Wurm
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2026
Date of first Publication:2026/01/28
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2026/01/21
Release Date:2026/01/28
Tag:Körperliche Verluste; Patientenverfügung; Soziale Verluste; Subjektive Altersbilder; Vorsorgevollmacht
GND Keyword:Altersbild; Patientenverfügung; Vorsorgevollmacht; Prävention
Page Number:102
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Community Medicine
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit