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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-opus-28345

Telemedizinische Unterstützung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen

  • Ländliche Regionen in Deutschland weisen aktuell eine zunehmende psychotherapeutische Unterversorgung auf. Telemedizinische Konzepte könnten eine Strategie bieten dieser entgegenzuwirken. Insbesondere im Bereich der schweren psychischen Erkrankungen ist die Studienlage zu internet- und telefonbasierten Interventionen sehr heterogen und unzureichend für eine finale Einschätzung der Effektivität. In der vorliegenden Arbeit wird daher die Konzeptualisierung, Durchführung und Auswertung einer telemedizinischen Intervention basierend auf Telefon- und SMS-Nachrichten vorgestellt und diskutiert, die speziell für Menschen mit der Diagnose einer Schizophrenie oder bipolaren Störung entwickelt wurde. Als primäres Ziel der randomisierten kontrollierten Studie sollte eine leicht zugängliche, interindividuell adaptierbare und dabei ressourcenschonende Intervention zu einer verbesserten Situation der Probanden im Vergleich zur Kontrollgruppe führen. Die Medikamentenadhärenz innerhalb der Interventions- und Kontrollgruppe wurde dafür als primärer Endpunkt definiert. Die Probanden der Interventionsgruppe erhielten nach deren stationärer Entlassung über sechs Monate regelmäßig teilstrukturierte Anrufe und SMS-Nachrichten. 120 Probanden wurden in die Studie eingeschlossen und randomisiert. Die logistische Regressionsanalyse für den primären Endpunkt ergab einen signifikanten Effekt der Intervention auf die Medikamentenadhärenz nach sechs Monaten (OR: 4.11 CI: 1.47 – 11.45, p=.007). Die Medikation, Diagnose und soziale Erwünschtheit hatten keinen Einfluss auf diese Ergebnisse. Eine Analyse der Interventionseffekte auf das generelle Funktionsniveau und die wahrgenommene soziale Unterstützung der Probanden ergab keine signifikanten Veränderungen. Somit können wir zeigen, dass personalisierte Telekommunikation zu einer Verbesserung der Medikamentenadhärenz beiträgt und damit einen vielversprechenden Ansatz liefert, um eine entscheidende Lücke in der medizinischen Versorgung von Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen zu überbrücken.
  • Objective: A telephone nursing intervention for patients with severe mental illness was tested to improve adherence to medication. Method: A randomized clinical trial was conducted. The intervention was provided by trained nurses for outpatients suffering from schizophrenia or bipolar disorders in addition to conventional treatment. Adherence to medication was measured with the Medication Adherence Report Scale. Results: The study sample comprised 120 participants. The intervention group reported a significantly higher adherence than the control group after six months of intervention (OR=4.11, p=0.007). The superiority of the intervention emerged during the last three months of treatment. Social desirability, diagnosis and medication did not affect the results. Conclusions: Telemedical care via telephone can deliver low-threshold support to patients who are otherwise at high risk of progressive non-adherence to their psychotropic medication after 6 months.

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Metadaten
Author:Dr. Lara Schulze
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-28345
Title Additional (English):Improving medication adherence with telemedicine for adults with severe mental illness
Referee:Prof. Dr. Hans J. Grabe, Prof. Dr. Heide Glaesmer
Advisor:Prof. Dr. Hans J. Grabe
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2019
Date of first Publication:2019/08/12
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2019/07/15
Release Date:2019/08/12
GND Keyword:Telemedizin
Pagenumber:60
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit