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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-000755-8

Mehr als nur Musik! Auswirkungen von Emotionen, Kognitionen und Verhalten auf Intergruppeneinstellungen am Beispiel deutsch-polnischer Musikbegegnungen

  • Die Studie widmete sich der Frage, ob Kontakt zu einer Fremdgruppe positive Auswirkungen auf die Einstellung zur Fremdgruppe hat und welche spezifischen Prozesse diese Beziehung mediieren. Es wurde angenommen, dass Emotionen und Verhaltenstendenzen gegenüber der Fremdgruppe sowie Stereotype und Symbolische Überzeugungen über die Fremdgruppe durch Kontakt beeinflusst werden und ihrerseits die Einstellung affizieren. Ferner wurde postuliert, dass die Repräsentation von Fremd- und Eigengruppe als eine gemeinsame Gruppe während des Kontakts teilweise die Effekte des Kontakts auf die angenommenen Mediatoren vermittelt. Die beschriebenen Zusammenhänge wurden an deutsch-polnischen Musikbegegnungen (Orchester-, Band-, Chortreffen etc.) untersucht. Deutsche Teilnehmer dieser Begegnungen füllten eine Woche vor dem Kontakt, direkt danach und erneut vier Wochen später einen Fragebogen aus. Der Fragebogen beinhaltete Maße für die Einstellung gegenüber Polen, für Emotionen, Stereotype, Symbolische Überzeugungen, für Verhaltenstendenzen, die Gruppenrepräsentation, für die Kontaktqualität und die Kontakthäufigkeit. Eine Vergleichsgruppe, die nicht an einer solchen Intervention teilnahm, füllte den Fragebogen zu zwei Zeitpunkten im Abstand von fünf Wochen aus. Die Ergebnisse unterstützten überwiegend die Hypothesen. Die Einstellung gegenüber Polen war nach dem Kontakt signifikant positiver. Diese Veränderung blieb auch vier Wochen später noch stabil. Die Einstellung der Vergleichsgruppe veränderte sich nicht und fiel im Vergleich negativer aus. Multiple Mediationsanalysen zeigen, dass Emotionen den bedeutsamsten Mediator zwischen Kontakt und Einstellungsänderung darstellten. Analysen getrennt nach Geschlecht ergaben jedoch, dass dies vor allem für die weiblichen Teilnehmer galt. Der Einfluss des Kontakts auf die Einstellung der männlichen Teilnehmer wurde vornehmlich durch die eher kognitiven Variablen Stereotype und Symbolische Überzeugungen vermittelt. Dieses Muster zeigte sich sowohl für die Einstellung, die direkt nach dem Kontakt erfasst wurde, als auch für die Einstellung vier Wochen später. Die Gruppenrepräsentation vermittelte nur zwischen Kontakt und Emotionen sowie Verhalten. Zu den anderen Mediatoren zeigte sich keine bedeutsame Beziehung.
  • This study investigated the specific processes that mediate between intergroup contact and the potential improvement of intergroup attitude. The hypothesis was that emotions towards, stereotypes and symbolic beliefs about as well as behavioural tendencies towards the out-group are all affected by intergroup contact and that they, in turn, affect intergroup attitudes. It was also hypothesized that the representation of the in-group and the out-group as one group partially mediates the effects of contact on the four proposed mediators. This study is based on an empirical investigation of German-Polish music encounters. The German participants involved were requested to fill in a questionnaire one week before, directly after the contact situation and once again four weeks later. The questionnaire included measures of attitude, emotions, behavioural tendencies, stereotypes, and also considered symbolic beliefs, group representation, contact quantity along with contact quality. A control group with no contact intervention received a similar questionnaire twice in a 5-week interval. Results indicate that attitudes towards the Polish out-group improved significantly after the music workshop whereas attitudes of the control group remained unchanged. Multiple mediation analyses generally supported the assumption that the effect of contact on intergroup attitudes is mediated by emotions, stereotypes, symbolic beliefs and behavioural tendencies. However, sex differences have been found. The more cognitive variables symbolic beliefs and stereotypes mediated between the contact quality and male participants’ attitudes, while for female participants emotions alone mediated this relationship. This pattern was found not only for attitudes assessed directly after the music workshop but also for attitudes assessed four weeks later. Group representation mediated the relationship between contact and emotions as well as behaviour, but showed no effect on the other proposed mediators.

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Metadaten
Author: Dieta Kuchenbrandt
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000755-8
Title Additional (English):German-Polish Music Encounters: The Impact of Emotions, Cognitions and Behaviour on Intergroup Attitudes
Advisor:Prof. Dr. Manfred Bornewasser
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2010/02/19
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Philosophische Fakultät (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2010/01/27
Release Date:2010/02/19
Tag:Common Ingroup Identity, Emotionen, Intergruppeneinstellung, Intergruppenkontakt, Vorurteile
common ingroup identity, emotion, intergroup attitudes, intergroup contact, prejudice
GND Keyword:Gruppe, Inter-Gruppenbeziehung, Kulturkontakt
Faculties:Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät / Institut für Psychologie
DDC class:100 Philosophie und Psychologie / 150 Psychologie