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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-000892-6

Der Einfluss der perkutanen Dilatationstracheotomieverfahren auf den intrakraniellen Druck bei Patienten mit Schädel- Hirn- Trauma

  • In der prospektiven Studie haben wir den Einfluss der modernen Percutanen Dilatationstracheotomie (PDT) bei Patienten mit SHT auf den Verlauf des Hirndrucks, der Hirnperfusion und der kardiopulmonalen Einflussgrössen betrachtet. Anhand der strengen Ein- und Ausschlusskriterien konnten 17 Patienten mit Schädel- Hirn- Trauma in die Studie eingeschlossen und vor, während und nach der Perkutanen Dilatationstracheotomie untersucht werden. Folgende Hypothesen wurden überprüft: • bei Patienten mit SHT ohne intrakraniellen Hypertonus führt die PDT nicht zur Steigerung des intrakraniellen Drucks (ICP) • der zerebrale Perfusionsdruck ändert sich während der PDT nicht • während der PDT treten keine relevanten hämodynamischen Veränderungen auf • der pulmonale Gasaustausch wird durch eine PDT nicht beeinflusst Die Daten dieser Studie zeigen, dass während der Verfahren der Perkutanen Dilatationstracheotomie sowohl ein Anstieg des intrakraniellen Drucks als auch ein Abfall des zerebralen Perfusionsdrucks auftraten. Die Daten gehen mit den von Stocchetti veröffentlichten Daten (75, 111) konform. Börm und Gleixner fanden in ihren Studienergebnissen für die 14 neurochirgischen Patienten keine Anstiege des ICP für den Zeitraum der PDT nach Ciaglia oder Griggs (14). Gumprecht et al. untersuchten den Verlauf der Werte für den ICP während der PDT nach Ciaglia bei 38 Patienten. Hierbei waren keine intrakraniellen Druckanstiege über 14,7 mmHg zu verzeichnen (53). In den Untersuchungen von Escarment et al. von 35 neurochirurgischen Patienten, die nach der Griggs – Methode tracheotomiert wurden, traten ICP – Werterhöhungen auf. Diese waren jedoch statistisch nicht signifikant, die Daten für den CPP sowie für die SVJO2 zeigten keine Veränderungen. Kocaeli et al. verglichen die Veränderungen des ICP bei neurochirurgischem Patientenklientel von früher und später PDT nach der Griggs – Methode miteinander. In beiden Patientengruppen traten Anstiege der Werte für den ICP auf. Hierbei erreichten die Werte in der Patientengruppe mit der frühen PDT höhere Durchschnittswerte als in der Patientengruppe mit später PDT. Dennoch erwiesen sich die Unterschiede zwischen beiden Patientengruppen als statistisch nicht signifikant. Scharf et al. (106) überprüften die Daten von 75 Punktionstracheotomien retrospektiv. Auch hier waren Anstiege der Werte des ICP zu verzeichnen. Die Autoren fanden einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der PDT und der Dimension der Anstiege des ICP. Die einzelnen Studien waren hinsichtlich ihres Designs sehr unterschiedlich konzipiert. Eine Vergleichbarkeit ist daher nur bedingt gegeben. Zusammenfassend traten in fünf Studien, einschließlich der hier vorgestellten, Erhöhungen in den Messwerten für den ICP während der Verfahren der PDT auf (34, 69, 106, 111). Zwei Studien konnten diese Ergebnisse nicht bestätigen, dort ließen sich keine erhöhten ICP – Werte feststellen (14, 53). Die Anwendung der modernen Verfahren der Perkutanen Dilatationstracheotomie hat sich bei intensivtherapiebedürftigen Patienten etabliert. Gerade der intensivtherapiebedürftige Patient profitiert vom bettseitigen Procedere und dem damit entfallenden innerklinischen Transport und seinen Komplikationen, einfacherer Entwöhnung vom Beatmungsgerät, verkürztem Aufenthalt auf der Intensivstation und einer verringerten Pneumonierate. Dennoch bergen die Verfahrenstechniken der PDT spezifische Komplikationsmöglichkeiten wie zum Beispiel Hypoventilation, Hyperkapnie, Blutdruckschwankungen, ungünstige Kopf – Hals – Lagerung sowie suboptimale Narkosetiefe. Diese Faktoren können beim neurochirurgischen intensivtherapiebedürftigen Patientenklientel Einfluss auf den ICP sowie den CPP nehmen und bergen daher das Risiko einer sekundären Hirnschädigung. Bei Patienten mit neurochirurgischem Erkrankungsmuster bleiben Zeitpunkt und Verfahren der Tracheotomie besonders kritisch abzuwägen. Invasives Neuromonitoring, stabile Hirndruckverhältnisse, optimierte Narkoseführung sowie eine zügige schonende Operation sind für die Prävention von Sekundärschäden zu fordern.
  • OBJECTIVE: To describe the effects of the procedure of modern percutaneous tracheostomy on intracranial pressure (ICP), cerebral perfusion pressure (CPP) in patients with severe brain damage. DESIGN AND SETTING: Prospective clinical study in neurosurgical patients undergoing elective percutaneous tracheostomy in the intensive care unit of a university hospital. The study was carried out from April 1997 until September 2001. PATIENTS : 17 patients with severe brain damage undergoing either Blue Rhino or PercuTwist or Fantony or Griggs procedure of percutaneous tracheostomy as a bedside procedure. The patients also underwent ICP- monitoring. RESULTS: There are increasing values for intracranial pressure or / and decreasing values for cerebral perfusion pressure during procedure of percutaneous tracheostomy in neurosurgical patients possible. The datas go conform with results of some other authors (34, 69, 75, 106, 111) but differ to the results of some other authors(14, 53). CONCLUSIONS: The modern procedures of percutaneous tracheostomy have been shown to be safe, the benefits of early tracheostomy outweigh the risks of prolonged translaryngeal intubation. In patients with decreased intracranial compliance a relatively minimally invasive procedure such as PDT may lead to significant increases in ICP and/ or decreases of CPP. Timing and procedure for a PDT have to be carefully calculated in neurosurgical ICU- patients. Neuromonitoring and a stable ICP are necessary. The narcotic regime has to be wellbalanced as even possible.

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Metadaten
Author: Heike Stolle
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000892-6
Title Additional (English):The effects of percutaneous tracheostomy on intracranial pressure in patients with severe brain damage
Advisor:Prof. Dr. M. Wendt
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2011/01/11
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2010/12/16
Release Date:2011/01/11
Tag:CPP, ICP, PDT, Perkutane Dilatationstracheotomie
Intracranial pressure, brain damage, cerebral perfusion pressure, percutaneous tracheostomy
GND Keyword:Schädel-Hirn-Trauma, Tracheotomie, zerebraler Perfusionsdruck
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit