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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001068-0

Langzeitergebnisse von Radioiodtherapien bei Immunhyperthyreosen

  • Zielstellung: Ziel war die Zusammenstellung von Kurz- und Langzeitergebnissen von Radioiodtherapien beim Morbus Basedow in Abhängigkeit von bestimmten Einflussparametern. Dabei sollten Einflussfaktoren auf das Remissionsergebnis und die Hypothyreoserate evaluiert werden. Weiterhin fokussierte sich diese Arbeit auf die Ausarbeitung von Parametern und Konzepten für eine mögliche Langzeiteuthyreose und eine Bewertung der Radioiodtherapie im Kontext zu den vorhandenen Komorbiditäten und subjektiven Beschwerden. Methoden: Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Kohortenstudie der mit Radioiod in der Universitätsklinik Greifswald therapierten Immunhyperthyreosen vom Typ Morbus Basedow. Grundlage bildet die Radioiodtherapie-Datenbank der nuklearmedizinischen Universitätsklinik. Eingeschlossen wurden alle mit Morbus Basedow therapierten Patienten aus den Jahren 1991 – 2008 mit mindestens einer nuklearmedizinischen Nachkontrolle (n = 1348). Davon erhielten 146 Patienten eine Zweittherapie. 90 Patienten wurden, aufgrund unzureichender Kontrolldaten, ausgeschlossen. Die Datengewinnung erfolgte über Befundberichte der niedergelassenen Nuklearmediziner, mit Erfassung von Schilddrüsenhormonen und -antikörpern, Schilddrüsenvolumen, dem Technetium-Uptake (TcTU), Schilddrüsenmedikation, Begleiterkrankungen und subjektiven Beschwerden. Es lagen im Median 2 (2; 8) Nachkontrollen pro Patient und insgesamt 3238 Kontrolljahre vor. Fehlende Patientendaten wurden postalisch über einen Fragebogen, mit den Parametern Schilddrüsenfunktion, Medikation, vorherige Arztkonsultationen, aktuelle Beschwerdesymptomatik und Patientenzufriedenheit, erfasst. Hierbei wurden 147 Rückantworten erzielt, bei 325 versendeten Fragebögen (45%). Die Auswertungen erfolgten mittels deskriptiver Statistik, Häufigkeitsdarstellungen, Ereignisanalysen (Kaplan-Meier) und Diskriminanzanalysen. Zur Ermittlung von Gruppenunterschieden wurden der U-Test bzw. H-Test durchgeführt. Ergebnisse: Die Gesamtremissionsrate des Patientenkollektivs beträgt drei Monate nach Radioiodtherapie 78,2% und ein Jahr nach der Behandlung 84,4%. Ein Jahr nach Therapie überwiegen Hypothyreosen gegenüber den Euthyreosen mit 55,6% zu 28,9%. Über den Betrachtungszeitraum von 18 Jahren zeigen sich deutliche Unterschiede in den Remissionsraten. Zusammengefasst beträgt die Remissionsrate in den Jahren 1991-1999 79,3%, während sie von 2000-2008 bei 87,4% liegt. Die mediane Dosis stieg seit dem Jahr 1991 von 120 Gy auf 238 Gy im Jahr 2008, während das mediane prätherapeutische Volumen von 64 ml im Jahr 1991 auf 28 ml im Jahr 2008 sank. Versager einer Ersttherapie erzielten in 94,8% der Fälle einen Erfolg nach der zweiten Behandlung. Allgemeine und kardiale Beschwerden verbesserten sich nach der Therapie, je nach Schweregrad, in 60 bis 90% der Fälle. Bei endokrinen Orbitopathien besserte sich in 46% der Fälle der Zustand, 5,7% der Orbitopathien zeigten sich progredient. Nach drei Jahren wiesen noch 30% der Patienten eine Euthyreose auf. Fünf Jahre nach Therapie verringerte sich dieser Wert auf 19%. Die Wahrscheinlichkeit, nach über zehn Jahren noch eine euthyreote Schilddrüsenfunktion aufzuweisen, liegt bei 9,5%. Fragebogenpatienten, welche nach der Dreimonatskontrolle keinen Nuklearmediziner mehr aufsuchten, wurden in 84% der Fälle durch den Hausarzt weiterbetreut. Im Vergleich zu nuklearmedizinisch nachuntersuchten Patienten wiesen sie eine schnellere Remission auf. Im Langzeitverlauf und bei der Hypothyreoserate bestanden keine Unterschiede zum restlichen Patientenkollektiv. Knapp 70% der Befragten beschrieben in den Fragebögen eine Beseitigung ihrer Schilddrüsenprobleme nach der Therapie. Als Prädiktoren für ein Therapieversagen stellen sich ein hohes Volumen (>60 ml) und hohe Werte beim prätherapeutischen TcTU heraus. Eine hohe Dosis (200-300 Gy), erhöhte prätherapeutische TPO-Werte, ein Absetzen der thyreostatischen Medikation zwei Tage vor RIT und eine euthyreote Stoffwechsellage vor Therapie zeigen einen günstigen Einfluss auf das Remissionsresultat. Beste Konstellationen für eine mögliche Langzeiteuthyreose von mehr als zehn Jahren bieten ein prätherapeutisches Volumen von 40 – 60 ml, ein Alter > 60 Jahre, niedrige prätherapeutische TPO-Antikörper, bei einer verabreichten Dosis im Bereich von 175 bis 250 Gy. Schlussfolgerungen: In einem Dosisbereich von 200 bis 300 Gy und bei Beachtung der Haupteinflussparameter Volumen, thyreostatische Medikation, Stoffwechsellage, TcTU und TPO-AK lassen sich durch die Radioiodtherapie hohe Remissionsraten von über 85% erzielen. Diese Erfolgsraten sind im Langzeitverlauf fast immer mit einer späteren Hypothyreose vergesellschaftet. Die Langzeitergebnisse zeigen einen deutlichen Wandel der Therapiekonzepte hin zur ablativen Therapie. Chancen für eine Langzeiteuthyreose liegen weniger in den therapeutischen Möglichkeiten als in den individuellen Patientenvoraussetzungen (Volumen, Alter, TPO-AK). In einem niedrigen Dosisbereich von 175 bis 250 Gy und bei dem Vorliegen eines Volumens von 40 – 60 ml, einem Alter > 60 Jahre und geringen prätherapeutischen TPO-AK bestehen die größten Aussichten für eine Langzeiteuthyreose. Bei der Beseitigung von allgemeinen und kardialen subjektiven Beschwerden erzielt die Radioiodtherapie gute Resultate, bei einer hohen Patientenzufriedenheit.
  • Aim: The goal was the compilation of short- and long-term results of radioiodine therapy in Graves' disease, in relation to certain influencing parameters. This should be evaluated on factors influencing the outcome and remission of hypothyroidism. Furthermore, this work focused on the development of concepts and parameters for a possible long-term euthyroidism and an evaluation of radioiodine therapy in the context of the existing co-morbidities and subjective complaints. Methods: In this work, it is a retrospective cohort study, which included patients with radioiodine therapy of Graves’ disease. Included were all treated patients with Graves' disease from the years 1991 - 2008 with at least one follow-up (n = 1348). Of these, 146 patients received a second treatment. 90 patients were excluded because of inadequate control data. Data collection took place with medical reports, with detection of thyroid hormones and antibodies, thyroid volume, the technetium uptake (TcTU), thyroid medication, concurrent diseases and subjective complaints. There were a median of 2 (2, 8) follow-up checks. Lack of patient data were collected through a questionnaire by mail, using the parameters thyroid function, medication, previous medical consultations, current symptoms and patient satisfaction. We achieved 147 feedback responses (45%). Results: The overall remission rate three months after radioiodine therapy was 78.2% and 84,4% one year after treatment. One year after treatment we have a rate of hypothyroidism of 55,6% compared with 28.9% of euthyroidism. The observation period of 18 years showed marked differences in remission rates. In summary, the remission rate was 79.3% in the years 1991-1999, while it was 87,4% in the years 2000-2008. General and cardiac symptoms improved after treatment, depending on the severity, in 60 to 90% of cases. Endocrine ophthalmopathy improved in 46% of the cases, 5.7% of ophthalmopathy showed a progression. Three years after treatment we have 30% of euthyroidism. Five years after therapy, this rate decreased to 19%. Predictors of treatment failure are a high volume (> 60 ml) and high values of pretherapeutic TcTU. A high dose (200-300 Gy), high pretherapeutic TPO, discontinuation of antithyroid medication two days before RIT and a euthyroid metabolic state before treatment show a favorable influence on the result of remission. Best combinations for a possible long-term euthyroidism are a pre-treatment volume of 40 - 60 ml, an age > 60 years, low pretherapeutic TPO antibodies and a dose of 175 to 250 Gy. Conclusions: In a dose range of 200-300 Gy and including the main parameters volume, medication, metabolism, TcTU and TPO the radioiodine treatment achieves high remission rates of more than 85%. In the long-term results, these success rates are almost associated with a subsequent hypothyroidism. The long-term results show a clear change of therapy concepts through to ablative therapy. Chance of a long-term euthyroisism is often associated with the individual patient parameters (volume, age, TPO-Ab). The highest rates of eutyhroidism can be achieved in a low dose range from 175 to 250 Gy and in the presence of a volume of 40 - 60 ml, an age > 60 years and low pre-treatment anti-TPO. RIT obtains good results in the reduction of subjective general and cardiac symptoms, with a high patient satisfaction.

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Metadaten
Author: Julius Bartsch
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001068-0
Title Additional (English):Long-term results of radioiodine therapy in Graves' disease
Advisor:Prof. Dr. Gerhard Kirsch
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2011/09/20
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2011/09/14
Release Date:2011/09/20
Tag:Immunhyperthyreose, Morbus Basedow, Radiojodtherapie
GND Keyword:Basedow-Krankheit, Hyperthyreose, Radioiodtherapie, Schilddrüse, Schilddrüsenfunktionsstörung
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit