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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-002671-3

Psychische Belastung bei Hinterbliebenen von vermissten deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs

  • Fragestellung: Obwohl der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in diesem Jahr bereits 75 Jahre zurückliegt, haben noch heute viele Personengruppen in Deutschland unter den psychischen Nachwirkungen dieses einschneidenden Ereignisses zu leiden. Mit der vorliegenden Arbeit sollte untersucht werden, inwiefern sich das Schicksal eines vermissten deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs auf die seelische Befindlichkeit der Hinterbliebenen, vor allem der Kinder und Enkel, auswirken könnte. Methode: Hierzu wurden im Namen der Forschungsgruppe 250 aktuelle Suchantragsteller von der Deutschen Dienststelle (WASt) angeschrieben und zur Teilnahme an der Befragung aufgefordert, von denen 89 Personen den Fragebogen zumindest teilweise ausreichend beantworteten. Die einzelnen Fragbogenteile bestanden aus dem PTSS-10, dem BSI-18, einem Fragenkatalog zum Umgang mit uneindeutigen Verlustereignissen (Boundary-Ambiguity-Scale) und einem abschließenden Fragebogenteil zur Komplizierten Trauer. Ergebnisse: Die Stichprobe liegt bei einer Verdachtsdiagnose auf PTBS mit 3.6 Prozent leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt und ist beim BSI-18 mit einer Vergleichsstichprobe Nicht-klinischer Probanden vergleichbar. Sowohl beim PTSS-10 als auch beim BSI-18 konnten Wechselwirkungen zwischen geschlechts- und verwandtschaftsspezifischem Antwortverhalten festgestellt werden. Die interne Konsistenz der deutschen Version des Fragebogens nach uneindeutigen Verlustereignissen (Boundary-Ambiguity-Scale) konnte nachgewiesen werden. Die Werte fielen hier erwartungsgemäß bei Kindern von Vermissten höher aus als bei den anderen Verwandtschaftsgraden. Die Kriterien zur Komplizierten Trauer erfüllte kein Teilnehmer der Befragung, allerdings erwies sich der Verwandtschaftsgrad als Prädiktor für den Trennungsschmerz. Diskussion: Die Untersuchung zeigte, dass sich ein noch heute vermisster Soldat negativ auf die psychischen Befindlichkeiten von hinterbliebenen Familienmitgliedern auswirken kann. Der bald 70 Jahre nach Kriegsende noch messbare Effekt ist allerdings moderat ausgeprägt.
  • Objectives: Although the outbreak of the Second World War already dates back 75 years, there still is suffering concerning its psychosocial sequelae. The aim of the present work was to investigate to which extent the fate of having a missing German soldier of World War II as a relative could influence the emotional state of the bereaved. Methods: On behalf of the Research Group 250 current search applicants by the Deutsche Dienststelle (WASt) were contacted and invited to participate in the survey, of which 89 persons answered the questionnaire sufficiently. The individual questionnaire partly consisted of the PTSS-10, the BSI-18, the Boundary-Ambiguity-Scale, and a final part of the Complicated Grief questionnaire. Results: 3.6 percent of the participants had significant posttraumatic symptoms, which is slightly above the national average. The BSI-18 is comparable with a comparison sample of non-clinical subjects. Interdependency between degrees of relationship and sex-specific response was observed in PTSS-10 and BSI-18. The internal consistency of the German version of the questionnaire after ambiguous loss events (Boundary Ambiguity Scale) could be proved. The criteria for Complicated Grief fulfilled no participant in the survey. However, the degree of relationship proved to be as a predictor of the pain of separation. Conclusions: The investigation showed that a missing soldier as near relative, as a father particularly, may have a negative impact on the emotional state of bereaved family members. However, the still measurable effect is moderate in intensity, almost 70 years after the war.

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Metadaten
Author: Henning Volker Orlowski
URN:urn:nbn:de:gbv:9-002671-3
Title Additional (English):Psychological stress in survivors of missing German soldiers of the Second World War
Advisor:Dr. Philipp Kuwert
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2016/11/29
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2016/11/22
Release Date:2016/11/29
Tag:Komplizierte Trauer, Posttraumatische Belastungsstörung, Stressfaktoren, Uneindeutiger Verlust
Ambiguous Loss, Boundary Ambiguity, Missing in Action, Prolonged Grief, Stress
GND Keyword:Hinterbliebene, Kriegskinder, Kriegsverlust, Psychische Belastung, Stress, Transmission, Verlust, Vermisster, Zweiter Weltkrieg
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit