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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001304-9

Die neuronalen Korrelate des Kreativen Schreibens-eine fMRT-Studie

  • In der vorliegenden Studie nutzten wir die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um verschiedene Teilaspekte des kreativen Schreibprozesses zu untersuchen. 28 Probanden wurden dazu einem Testverfahren unterzogen, das auf einem gänzlich neuen fMRT-Paradigma basierte. Es beinhaltete die Aufgaben „Brainstorming“ (Ideengeneration hinsichtlich einer individuellen Textfortsetzung eines gegebenen literarischen Textausschnitts) und „Kreatives Schreiben“ (tatsächliches Niederschreiben einer kreativen Fortsetzung des gegebenen Textausschnitts) sowie die Kontrollbedingungen „Lesen“ und „Abschreiben“. Die Erfassung der individuellen verbalen Kreativität eines jeden Probanden erfolgte zum einen mit Hilfe eines verbalen Kreativitätstests, zum anderen durch eine professionelle Beurteilung aller Texte. Die Aufgabe des „Brainstormings“ zeigte ein Netzwerk von parieto-fronto-temporalen Gehirnaktivierungen, das kognitive, sprachliche und kreative Prozesse widerspiegelte. Des Weiteren aktivierte die Aufgabe des „Brainstormings“ visuelle Funktionen sowie das Vorstellungsvermögen und induzierte darüberhinaus bereits die motorische Vorbereitung des Schreibens. Die Hirnaktivitäten während der Aufgabe des „Kreativen Schreibens“ zeigten die motorischen und visuellen Funktionen des handschriftlichen Schreibens ebenso wie kognitive und sprachassoziierte Prozesse. Eine Subtraktionsanalyse zwischen den Aktivierungen des „Kreativen Schreibens“ und des (bloßen) „Abschreibens“ eines Textes stellte die folgenden kognitiv-kreativen Leistungen dar: den Abruf episodischer Gedächtnisinhalte, eine hohe Beteiligung semantischer Integrationsprozesse sowie die Anwendung eines frei-assoziativen und spontanen Denkstils. Diese Prozesse zeigten sich in rechts-hemisphärisch betonten Aktivierungen beider Temporalpole, beider Hippocampusformationen und des bilateralen posterioren cingulären Kortex. Eine Korrelationsanalyse zwischen den Ergebnissen der Subtraktionsanalyse „Kreatives Schreiben minus Abschreiben“ und den Ergebnissen des verbalen Kreativitätstests stellte Aktivierungen im linken inferioren frontalen Gyrus (Brodmann Areal (BA) 45) und im linken superioren temporalen Gyrus am Übergang zum Temporalpol (BA 38) dar. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass an den untersuchten Schreibprozessen verbal-kreative Fähigkeiten wie Wortgewandtheit, semantischer Gedächtnisabruf sowie semantische Integrationsprozesse beteiligt sind.
  • Cerebral activations involved in actual writing of a new story and the associated correlates with creative performance are still unexplored. To investigate the different aspects of the creative writ- ing process, we used functional magnetic resonance imaging while 28 healthy participants performed a new paradigm related to creative writing: ‘‘brainstorming’’ (planning a story) and ‘‘creative writing’’ (writing a new and creative continuation of a given literary text), as well as an additional control paradigm of ‘‘reading’’ and ‘‘copying.’’ Individual verbal creativity was assessed with a verbal creativ- ity test and creative performance with a qualitative rating of the creative products. ‘‘brainstorming’’ engaged cognitive, linguistic, and creative brain functions mainly represented in a parieto-frontal- temporal network, as well as writing preparation, and visual and imaginative processing. ‘‘creative writing’’ activated motor and visual brain areas for handwriting and additionally, cognitive and linguistic areas. Episodic memory retrieval, free-associative and spontaneous cognition, and semantic integration were observed in a right lateralized activation pattern in bilateral hippocampi, bilateral temporal poles (BA 38), and bilateral posterior cingulate cortex in a ‘‘creative writing’’ minus ‘‘copy- ing’’ comparison. A correlation analysis of ‘‘creative writing’’ minus ‘‘copying’’ with the creativity index revealed activation in the left inferior frontal gyrus (BA 45) and the left temporal pole (BA 38). Thus, verbal creativity during ‘‘creative writing’’ is associated with verbal and semantic memory as well as semantic integration.

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Metadaten
Author: Carolin Shah
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001304-9
Title Additional (English):Neural Correlates of Creative Writing: An fMRI Study
Advisor:Prof. Dr. Martin Lotze
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2012/09/18
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2012/09/11
Release Date:2012/09/18
Tag:Schreiben
Creative Writing, creativity, temporal lobe, writing
GND Keyword:Kreatives Schreiben, Kreativität, Temporallappen
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Diagnostische Radiologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit