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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-000302-6

Die postoperative kontinuierliche Peritonealspülung mit Ringer-Lactat zur Prophylaxe eines Rezidivs nach laparoskopischer Adhäsiolyse

  • Peritoneale Adhäsionen sind eine Herausforderung an die Chirurgie. Zur Prophylaxe eines Adhäsionsrezidivs nach laparoskopischer Adhäsiolyse wurde in der Frauenklinik in Berlin, Neukölln eine postoperative kontinuierliche Peritoneale Adhäsionen sind eine Herausforderung an die Chirurgie. Zur Prophylaxe eines Adhäsionsrezidivs nach laparoskopischer Adhäsiolyse wurde in der Frauenklinik in Berlin, Neukölln eine postoperative kontinuierliche Peritonealspülung mit Ringer Lactat als Barriere Methode angewendet. In einer retrospektiven Untersuchung werden aus 36054 Operationen an 29252 Patientinnen insgesamt 201 Patientinnen herausgefiltert, die zweimal eine laparoskopische Adhäsiolyse mit oder ohne Spülung nach der ersten Operation erhielten. Die Behandlungsgruppe mit Adhäsiolyse und postoperativer Peritonealspülung bilden 169 Patientinnen, die Kontrollgruppe mit alleiniger Adhäsiolyse 32 Patientinnen. Ein auf dem Adhäsionsscore der American Fertility Society basierender Score wird erstellt und für jede Operation prä- und postoperativ erhoben. Anhand des Scores werden weitere Indices zur Beschreibung des Krankheits- bzw. Behandlungsverlaufs errechnet. Durch eine laparoskopische Adhäsiolyse können Adhäsionen in einem befriedigenden Ausmaß beseitigt werden. Eine absolute Adhäsionsfreiheit lässt sich in 38% (Kontrollgruppe) bzw. in 13,0% (Behandlungsgruppe) herstellen. Im Durchschnitt wird im Rahmen der ersten Operation in der Behandlungsgruppe der Adhäsionsscore um -9,91 Punkte, in der Kontrollgruppe um -5,09 Punkte reduziert. Die Frage, ob eine postoperative kontinuierliche Peritonealspülung Auswirkungen auf das Ausmaß eines Adhäsionsrezidivs bzw. von De-Novo-Adhäsionen im Vergleich zu einer Behandlung ohne Spülung hat, kann in dieser Untersuchung nicht beantwortet werden. Die präoperativen Adhäsonsscores der beiden Gruppen unterscheiden sich signifikant, ein direkter Vergleich ist nicht zulässig. Die Möglichkeit des Vergleichs ergibt der Index „Relatives Adhäsionsrezidiv“. Der Median des relativen Adhäsionsrezidivs beträgt -0,26 (Kontrollgruppe) bzw. -0,33 (Behandlungsgruppe). Ein statistisch signifikanter Unterschied kann nicht festgestellt werden. Bei einigen Patientinnen beider Gruppen zeigt sich ein negativer Wert des Adhäsionsrezidivscores. Eine Spontanremission von Adhäsionen ist unwahrscheinlich, vermutlich handelt es sich um einen Untersucher-Bias. Die Auswertung der Adhäsionsausmaße und des Adhäsionsscoreverlaufs in Abhängigkeit von der Indikation zur Adhäsiolyse bzw. von Nebendiagnosen ist auf Grund kleiner Subkollektive nur eingeschränkt auswertbar. Desweiteren finden sich in den Subkollektiven ebenfalls signifikante Unterschiede in den präoperativen Adhäsionsscores. Bei einer größeren Anzahl an Operationen pro Operateur ist die durchschnittliche Adhäsionsscorereduktion sowie der tatsächliche Adhäsiolyseerfolg im Durchschnitt stärker ausgeprägt. Es lässt sich vermuten, dass eine Adhäsiolyse durch einen erfahrenen Operateur größere Erfolge in der Adhäsionsscorereduktion verspricht als die Adhäsiolyse durch einen Operateur mit weniger Erfahrung. Es kann gezeigt werden, dass Schmerzen durch eine Adhäsiolyse vermindert bzw. erfolgreich behandelt werden können. Bei 64% der Frauen der Behandlungsgruppe bzw. 78% der Frauen der Kontrollgruppe wurde eine laparoskopische Adhäsiolyse auf Grund von Schmerzen durchgeführt. Im Intervall zwischen den Operationen waren 57% der Frauen der Behandlungsgruppe bzw. 53% der Frauen der Kontrollgruppe schmerzfrei, 11% der Frauen bzw. 6% der Frauen hatten weniger Schmerzen. Nur eine Patientin aus der Gruppe mit Spülung hatte mehr Schmerzen. Durch eine Adhäsiolyse können in den meisten Fällen Schmerzen vermindert werden. Einen signifikanten Unterschied zwischen den Ergebnissen der Gruppen gibt es nicht. Es kann im Rahmen dieser Untersuchung keine statistisch gültige Aussage über das zeitliche Verhalten von Adhäsionen bzw. Adhäsionsrezidiven gemacht werden. Die Stratifizierung in Jahresgruppen in der Kontrollgruppe führt zur Bildung zu kleiner Subkollektive, um eine statistisch sichere Aussage machen zu können. Tendenziell sind die Ergebnisse der in Jahre eingeteilten Gruppen ähnlich denen im Gesamtkollektiv, bei dem es zu keinem signifikanten Unterschied zwischen den präoperativen Adhäsionsscores der zweiten Operation kam.
  • Peritoneal adhesion are a great challenge in surgery. In the Gynaecological Department of Neukölln Hospital, Berlin, a postoperative continuous peritoneal irrigation with ringers lactate was performed as a recurrence prophylaxis after laparoscopic adhesiolysis. In a retrospective analysis 201 patients were filtered from 36054 surgical procedures on 29252 patients, who were treated with a laparoscopic adhesiolysis with or without irrigation after the first of two laparoscopic adhesiolysis. Treatment group comprises 169 patients, control group 32 patients. A proprietary adhesionscore was developed based on the adhesionscore from American Fertility Society. The score was imposed pre- and postoperatively on both operations. By the means of the score several indices were calculated to describe the course of disease or treatment respectively. Adhesions can satisfactorily be reduced by laparoscopic adhesiolysis. Absence of adhesion can be achieved in 38% (control group) and 13% (treatment group) respectively. In the course of first surgery adhesionscores can be decreased in average by -9,91 points (treatment group) and -5,09 points (control group). It remains unclear whether a postoperative continuous peritoneal irrigation is effective in preventing a recurrence of adhesion as preoperative adhesionscores differ significantly. Possible comparability is offered by using the index “relative recurrence of adhesion” (RRA). The median RRA are -0,26 (control group) and -0,33 (treatment group) without any statistically significant difference. A negative RRA in some subjects is attributed to a observer-bias. Assesment of adhesion extent and course of adhesion disease depending on indication and adjacent diagnosis is not possible due to small subcollectives in the control group and significantly different preoperative adhesionscores. Reduction of adhesion scores and de-facto-adhesiolysis is in average higher when performed by a more experienced surgeon than by a novice. Pain can be successfully reduced if not suspended by adhesiolysis. When performed because of pain after surgery 57% (treatment group) and 53% (control group) had no complaints, 11% and 6% had less pain. There was one patient in treatment group complaining about more pain. However, there is no significant difference. Within the scope of this analysis it is not possible to draw conclusions about adhesions recurrences depending on the interval between surgery and second look laparoscopie as again too small subcollectives arise.

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Metadaten
Author: Martin Hänel
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000302-6
Title Additional (English):Postoperative continuous peritoneal irrigation with Ringers Lactate Solution for adhesion recurrence prevention after laparoscopic adhesiolysis
Advisor:PD Dr. Bernd Bojahr
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2006/10/05
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2006/08/08
Release Date:2006/10/05
Tag:Barriere-Methode, Second-Look-Laparoskopie
GND Keyword:Adhäsiolyse, Adhäsion, Laparoskopie, Minimal-invasive Chirurgie, Pelviskopie, Peritonealadhäsion, Prävention, Rezidiv
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde u. Geburtshilfe
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit