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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-000664-3

Vergleich der Ultraschall-Screening-Strategien zur Früherkennung angeborener Fehlbildungen der Nieren und der ableitenden Harnwege Ergebnisse der populationsbasierten SNiP-Studie (Survey of neonates in pommerania)

  • Einleitung: Angeborene Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege (CAKUT – Congenital Anomalies of the Kidney and the Urinary-Tract) sind die Hauptursache chronischer Niereninsuffizienz bei Kindern. Der Ultraschall bietet eine nicht invasive, strahlenfreie Methode um diese Fehlbildungen frühzeitig zu erkennen und sie anschließend einer adäquaten Therapie zuzuführen, bevor es zu klinischen Symptomen kommt. Ziel dieser populations-basierten Studie war es zu untersuchen, ob ein zusätzliches Ultraschall-screening der Nieren und ableitenden Harnwege im Alter von 3-10 Lebenstagen (U2) die Früherkennung der renalen Fehlbildungen verbessert. Des Weiteren sollte untersucht werden, welche klinische Relevanz diese, erst später erkannten Fehlbildungen haben. Methoden: Die vorliegende, populations-basierte, Studie untersuchte zwei Geburten¬jahrgänge der Region Ost-Vorpommern. 1789 Kinder konnten von März April 2003 bis März 2005 in die Studie eingeschlossen werden. Es wurden neben Informationen bezüglich der der Schwangerschaft, der Geburt, der klinischen Untersuchung des Neugeborenen und der Familien- und Sozialanamnese auch die Ergebnisse des renalen Ultraschall-Screenings erhoben. Alle Neugeborenen mit auffälligen Befunden wurden nachkontrolliert. Die Daten wurden mit denen der Kinder verglichen, die im Screening unauffällig waren, jedoch in den ersten 6 Lebensmonaten klinisch renale Auffälligkeiten zeigten zeigten. Ergebnisse: Bei 66 (3,7%) der 1789 untersuchten Kinder wurde während des Studienzeitraumes (pränatales Screening, postnataler Ultraschall und Erfassung klinischer Symptome während der ersten sechs Lebensmonate) eine CAKUT diagnostiziert. Davon wurden 12 (18,3%) pränatal, 44 (66,7%) postnatal und weitere 10 (15.2%) innerhalb der ersten sechs Lebensmonate erkannt. Die häufigste Nephropathie war die Hydronephrose (83,3%), von diesen 55 Fällen zeigten vier (7,3%) eine bilaterale Hydronephrose, zwei (3,6%) zusätzlich eine Malformation des Ureters und fünf (9,1%) einen vesico-uretero-renalen Reflux. Männliche Neugeborene wiesen häufiger (63,6%) eine renale Fehlbildung auf als weibliche Neugeborene (36,4%) (p<0,025). Innerhalb der Gruppe der Neugeborenen mit CAKUT waren auffällige Befunde des ZNS-Ultraschallscreening häufiger (18,8%) als in der Gruppe der Neugeborenen ohne renale Fehlbildungen (5,4%) (p<0,001). Andere signifikante Unterschiede bezüglich der Fehlbildungen, Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit oder anderer Geburtsparameter waren nicht feststellbar. Durch die Kombination des prä- und postnatalen Ultraschallscreenings, im Vergleich zum reinen pränatal-Screening, verbesserte sich die Sensitivität von 18,2% auf 84,8% bei nahezu gleich bleibender Spezifität. 31 (47%) der Kinder mit CAKUT erhielten eine weiterführende Diagnostik, Prophylaxe oder Therapie, 64,5% von ihnen wurden erstmalig durch das Ultraschallscreening zur U2 diagnostiziert. Diskussion: Der höchste Anteil an erkannten Fällen von CAKUT zeigte die Kombination aus prä- und postnatalem Ultraschallscreening, da 66% der obstruktiven Uropathien nur postpartal entdeckt wurden. Die Spezifität von 99,6 % und Sensitivität von 84,8% erlaubt die Diagnose einer CAKUT mit einem positiv prädiktiven Wert (PPV) von 88,8 % und den Ausschluss einer solchen Fehlbildung mit einem negativ prädiktiven Wert (NPV) von 99,4 %. Diese Vorhersagewerte sind für die gegebene Screening-Situation adäquat und unterstützen die Hypothese, dass ein flächendeckendes Ultraschallscreening in dieser Kombination ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis ergibt.
  • Background: Connatal anomalies of the kidneys and the urinary tract (CAKUT) may cause chronic renal disease in children. We investigated the sensitivity and specificity of different strategies of ultrasound-based screening for CAKUT. Methods: The Survey of Neonates in Pomerania (SNiP) is a population-based study on neonates in western Pomerania (Germany). 1789 newborns in a two-year period were analyzed, comparing intrauterine ultrasound examinations with postpartal ultrasound findings (from days 3-7 of life) and pathological findings within the first 6 month of life. Results: CAKUT was detected in 66 (3.7%) children at one ultrasound examination at least, as follows: (i) prenatally in 12 newborns (18.2%), (ii) postnatally in 43 (65.2%) and (iii) during follow-up in 11 (17%) newborns. Prevalence was significantly higher in male infants, and hydronephrosis was found to be the most frequent nephropathy (83.3%). Significant co-morbidity was observed with CNS malformations. Sensitivity was significantly higher in postnatal ultrasound screening (79.6%), while specifity was above 99% at all time points. Conclusion: This study demonstrates CAKUT to have high prevalence and the combination of pre- and postnatal ultrasound examinations to be a reasonable strategy for its early diagnosis.

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Metadaten
Author: Maya Richter
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000664-3
Title Additional (English):Comparison of Strategies of ultrasound-screening for diagnosis of connatal anomalies of kidney and urinary tract - results of the population based Survey of neonates in Pommerania (SNiP)
Advisor:Dr. med. Johannes-Peter Haas
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2009/09/01
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2009/08/12
Release Date:2009/09/01
GND Keyword:Hydronephrose, Neugeborenes, Nierenfunktionsstörung, Nierenkrankheit, Prävention, Screening, Ultraschall
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit