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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001988-9

Sind zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung Entwicklungsunterschiede zwischen früh- und reifgeborenen Kindern erkennbar?

  • Frühgeborene stellen eine Kohorte dar, deren Überlebenschance in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen ist. Aufgrund des medizinischen Fortschritts in der Versorgung von Frühgeborenen sind Studien notwendig, die Outcomes von Frühgeborenen unter den veränderten Bedingungen untersuchen. Neben dem Erkenntnisgewinn über den Zusammenhang zwischen Frühgeburtlichkeit und Folgeproblemen dienen solche Studien auch dazu, Neonatologen Beratungssicherheit im Umgang mit Eltern zu geben. Ziel dieser Studie ist es, die Entwicklung von Früh- und Reifgeborenen im Alter von 6 Jahren miteinander zu vergleichen und Entwicklungsunterschiede zu detektieren. Die vorliegende Untersuchung ist eine populationsbasierte Kohortenstudie. Sie verfolgt früh- und reifgeborene Kinder der SNiP-Population (Survey of Neonates in Pomerania) im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung der Gesundheitsämter nach. Dadurch ist es möglich, eine repräsentative Studienpopulation zu untersuchen. Die SNiP-Studie erfasste zwischen 2003 und 2008 Daten zu Morbidität, Mortalität, Familien- und Sozialanamnese von Neugeborenen in der Region Greifswald und Ostvorpommern. Der erste Jahrgang der SNiP-Population wurde im Schuljahr 2010/2011 eingeschult. Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung im Jahr 2010 wurden diese Kinder schulärztlich untersucht. Zusätzlich wurden mittels eines Elternfragebogens Daten zu Gesundheit, Entwicklung, erhaltenen Therapiemaßnahmen, Verhalten und Soziodemografie erfasst. Das ermöglicht eine breit gefächerte Untersuchung des Outcomes der Frühgeborenen und die Ermittlung potentieller Risikofaktoren, die das Erleiden einer Frühgeburt begünstigen. Die Daten, die im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung erhoben wurden, wurden mittels ID mit den Baselinedaten der SNiP-Studie verknüpft, so dass nur die Daten der SNiP-Population ausgewertet wurden. So konnte das Outcome der Frühgeborenen mit dem Entwicklungsstand gleichaltriger Reifgeborener dieser Kohorte verglichen werden. An der Schuleingangsuntersuchung für das Schuljahr 2010/2011 nahmen in Greifswald und Ostvorpommern 1240 Kinder teil. Davon füllten die Eltern von 459 Kindern die Fragebögen aus. Von diesen 459 Kindern zählen 315 Kinder zur SNiP-Population und bilden die Grundlage für die vorliegende Studie. 270 von ihnen sind reifgeboren und 45 frühgeboren. Den Ergebnissen der Entwicklungsdiagnostik im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung und der Elternfragebögen zufolge sind frühgeborene Kinder nicht per se als benachteiligt einzuschätzen. Es zeigen sich in vielen untersuchten Bereichen nur tendenzielle Unterschiede. Statistisch signifikant schlechter bewertet wurden die Frühgeborenen nur in wenigen Items: Sie kamen nach Elterneinschätzung weniger gut im Kindergarten zurecht und frühgeborene Mädchen wurden bei der ärztlichen Schuleingangsuntersuchung im Bereich Artikulation schwächer eingeschätzt als Reifgeborene. Im Alter von 6 Jahren sind signifikante Unterschiede in Größe und Gewicht zu Ungunsten der Frühgeborenen nachweisbar. Bezüglich der Risikofaktoren, die eine Frühgeburt begünstigen können, zeigt sich in der vorliegenden Studie, dass Eltern von Frühgeborenen signifikant häufiger verheiratet und seltener ledig sind. Bei der Verteilung des Haushaltsnettoeinkommens zeigen sich ebenfalls signifikante Unterschiede: Die Eltern der Frühgeborenen sind in den Kategorien 1000-1500 Euro/Monat und >3000 Euro/Monat überrepräsentiert. In der Entwicklungsdiagnostik im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung und bei der Elterneinschätzung zu Gesundheitszustand, Entwicklung und erhaltenen Therapiemaßnahmen werden die Frühgeborenen in vielen Items tendenziell schlechter eingeschätzt als die Reifgeborenen, die Ergebnisse sind nicht statistisch signifikant. Die größte methodische Einschränkung der vorliegenden Arbeit ist die geringe Fallzahl. Trotzdem bieten die erhobenen Daten die Möglichkeit, zunächst breitgefächert Zusammenhänge und Einflussfaktoren zu identifizieren und darzustellen. Da die weiteren Jahrgänge der SNiP-Studie noch eingeschult werden und die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern besteht, können dort auch in den nächsten Jahren weitere Jahrgänge untersucht werden. Bei einer erhöhten Fallzahl würde die Repräsentativität der Aussagen steigen. Das im direkten Vergleich zu Reifgeborenen nur gering schlechtere Abschneiden von Frühgeborenen im Alter von 6 Jahren ist bezüglich der Prognose für Frühgeborene erfreulich. Trotzdem sollte bedacht werden, dass diese Studie alle Frühgeborenen darstellt und sich nicht auf eine Hochrisikogruppe mit geringem Geburtsgewicht beschränkt. Bei der Beratung von Eltern zur Prognose ihrer frühgeborenen Kinder geht es vor allem um Häufigkeiten. Es können keine spezifischen Aussagen zur Prognose einzelner Kinder gemacht werden. Wichtig bei der Beratung betroffener Eltern ist, trotz früher Diagnostik und Fördermaßnahmen, dass das Outcome wesentlich von perinataler Morbidität abhängig ist.
  • Premature infants constitute a cohort whose chances of survival have steadily increased over the last decades. Medical advances in the treatment of premature infants necessitate research studies to examine the outcomes of premature birth under those changed conditions. Apart from giving new scientific insight into the connection between premature birth and its subsequent problems those studies can also support neonatologists in their advisory function towards parents. The following analysis aims to compare the development of premature and mature born children at the age of six in order to detect differences in their development. It is a population-based cohort-study focussing on premature and mature born children of the SNiP-population (survey of neonates in Pomerania), a representative study-population based on a mandatory school entrance examination conducted by local public health departments. Between 2003 and 2008 the SNiP-study collected data on morbidity, mortality and familial and social anamnesis of neonates in Greifswald and Pomerania. The first age group of the SNiP-population was enrolled in 2010/2011. These children underwent a medical examination in early 2010 as part of the school entrance examination. A parent questionnaire provided additional data on health, development, received treatments, behaviour and sociodemographic data. This allows a wide-ranging analysis of the outcome of premature infants and the identification of potential risk factors leading to preterm deliveries. The data collected in the school entrance examination has been linked to the baseline-data of the SNiP-study so that only the data of the SNiP-participants has been evaluated in order to compare the outcome of premature born children to the development status of mature born children of the same age within this cohort. 1240 children from Greifswald and Pomerania participated in the school entrance examination in 2010/2011. The parents of 459 of these children filled in the questionnaire. 315 of those 459 children belong to the SNiP-population. They constitute the basis for the following analysis. 270 of them were mature born and 45 were premature born. The results of the school entrance examination as well as of the parent-questionnaires show that premature born children are not per se handicapped. In most of the examined areas only minor differences were detected. Premature babies scored only on a few items statistically significant below mature babies: According to parental assessment the premature born did not adapt as well in preschool as their mature born peers. The medical school entrance examination showed furthermore that in comparison to the mature born control group premature born girls had more problems to articulate themselves. At the age of six the comparison showed significant differences in height and weight to the disadvantage of the premature born. When it comes to risk factors for a preterm delivery the analysis shows that parents of premature born children are significantly more often married than single. Significant differences could also be made out concerning the distribution of the household net incomes: parents of premature born children are over-represented in the categories 1000-1500 Euro and >3000 Euro per month. The developmental diagnostic methods within the school entrance examination as well as the parental assessment concerning health status, development und received treatments show many items in which the premature born tend to be not as far developed as the mature born. However, those results are not statistically significant. The most significant limitation of the study design lies in the small number of cases. Nevertheless, the collected data allow identifying associations and potential determinants. Based on the existing cooperation with health departments and considering that the next age groups of the SNiP-population are yet to be enrolled, future surveys could provide a larger number of cases thus increasing the representativeness of the results. The results are certainly encouraging in terms of the exspected development of premature born children. Nevertheless one has to bear in mind that the survey study at hand included all premature born children and does not take a narrow look on a high-risk-group with a low birth weight. When advising parents about the future development of their premature born children no deterministic predictions for individual children can be made. It has to be made clear when advising the parents, that despite early diagnostics and assistance measures the outcome will be mainly decided by the perinatal morbidity.

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Metadaten
Author: Sonja Franke
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001988-9
Title Additional (English):Are there any differences detectable concerning the development of premature and mature infants at the time of the school entrance examination?
Advisor:Dr. Jochen Rene Thyrian
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2014/08/25
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2014/07/29
Release Date:2014/08/25
Tag:Premature, development, school entrance examination
GND Keyword:Einschulungstest, Entwicklung, Frühgeborenes
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Community Medicine
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit