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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001443-6

Prädiktoren für den Behandlungserfolg bei Adipositas im Kindes- und Jugendalter im Rahmen eines ambulanten Gruppenschulungsprogramms

  • Adipositas stellt aufgrund der Auftretenshäufigkeit und der Gesundheitsrisiken eine bedeutsame Gesundheitsstörung für Kinder und Jugendliche dar. Eine erfolgversprechende Behandlung ihrer Ursachen sowie körperlichen, psychischen und sozialen Folgeerscheinungen ist durch Veränderungen der familiären Lebensgestaltung im Bereich der Ernährung, des Ess- und Bewegungsverhaltens mittels multimodaler Schulungsprogramme belegt. Im Rahmen eines Forschungsprojekt zur „Regulation des Essverhaltens von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas: Untersuchung der Aktivierung des Frontalhirns mit ereigniskorrelierten Potentialen und funktioneller Magnetresonanztomografie - Therapeutische Beeinflussbarkeit“ wurden folgende Fragestellungen bearbeitet: – Ernährungswissen und Einstellungen zum Essverhalten Adipöser vor einem ambulanten Adipositas-Schulungsprogramm im Kontext psychosozialer Faktoren im Vergleich mit Normalgewichtigen, – Einfluss des Ernährungswissens und der Einstellungen zum Essverhalten im Kontext psychosozialer Faktoren auf den Erfolg im Rahmen eines ambulanten Adipositas-Schulungsprogramms (Vorhersage der vollständigen Schulungsteilnahme, Unterschiede zwischen Adipösen und extrem Adipösen sowie zwischen BMI-SDS Verringerern und Haltern), – Ernährungswissen und Einstellungen zum Essverhalten im Zusammenhang mit der neuronalen Aktivierung bei Betrachtung von Essensbildern für adipöse und normalgewichtige Kinder und Jugendliche. Vor und direkt nach einem einjährigen, ambulanten Gruppenschulungsprogramm bei Adipositas wurden Daten zum Ernährungswissen, zu Einstellungen zum Essverhalten und zu psychosozialen Faktoren erhoben sowie eine craniale funktionelle Magnetresonanztomografie bei 46 adipösen Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Eine normalgewichtige Vergleichsgruppe wurde rekrutiert. Bestehen in der Summe des Ernährungswissens zwischen adipösen und normalge-wichtigen Kindern und Jugendlichen keine Unterschiede, finden sich voneinander abweichende Einstellungen zum Essverhalten und in psychosozialen Faktoren. Letztere weisen insbesondere die Gruppe der extremen Adipösen als belasteter aus. Für eine vollständige Teilnahme an einer Schulung stellen sich eine wirklichkeitsnahe Formulierung der Ziele wie auch die kontinuierliche Anwesenheit vor allem der Eltern als Vorhersager heraus. Beide Punkte hängen auch positiv mit einer BMI-SDS Verringerung zusammen. Ein Zuwachs an Ernährungswissen ist vor allem bei den erfolgreichen Schulungsteilnehmern zu verzeichnen. Dieser stellt sich insbesondere bei einer hohen sozialen Gesamtkompetenz ein. Die Übernahme von Einstellungen, die mit einer flexiblen Zügelung des Essverhaltens verbunden sind, begünstigt ebenfalls eine BMI-SDS Verringerung. Misserfolge scheinen mit einem hohen Ausmaß an Angst vor Gewichtszunahme, einer rigiden Zügelung im Essverhalten und einer hohen Unzufriedenheit mit dem Körperselbstbild korreliert. Extrem Adipöse profitieren weniger im Bereich der psychosozialen Entlastung und des psychischen Wohlbefindens. Im Ergebnis gilt es Behandlungspfade und Schulungsbausteine im Hinblick auf verschiedene Gruppen adipöser Kinder und Jugendlicher (Adipöse und extrem Adipöse, BMI-SDS Verringerer und Halter) zu individualisieren. Ziele stellen hierbei ein Mehr an Zuversicht, an Selbstwirksamkeitserleben und positiver Emotionalität dar. Eine neuronale Aktivierung verschiedener Regionen bei Betrachtung von Nahrungsbildern ist mit einem hohen Ernährungswissen und Einstellungen zu Essverhalten und Gewichtsproblemen, wie sie normalgewichtige Kinder und Jugendliche zeigen, positiv assoziiert. Normalgewichtige Kinder und Jugendliche bewerten hoch kalorische Nahrungsbilder negativer als adipöse. Adipöse Kinder und Jugendliche scheinen ihre Reaktion auf Nahrungsbilder eher über Top-Down Prozesse zu kontrollieren.
  • Due to its frequency and health disturbances obesity represents a meaningful risk for children. By changes of the family life style in the domains of nutrition, eating behavior and physical activity a promising causal treatment as well as physical, emotional and social benefit is proven. In the context of a research project titled ‘regulation of eating behavior of children and adolescents with obesity: examination of activation of the frontal cortex with event-related potentials and functional magnetic resonance imaging – therapeutical influenceability’ were asked the following questions: - nutrition knowledge and attitudes towards eating behavior in the context of psychosocial factors before an obesity training program in comparison with normal-weight subjects, - influence of the nutrition knowledge and the attitudes towards eating behavior in the context of psychosocial factors on the success of an obesity training program (forecast of the complete training participation, differences between obese and extremely obese persons as well as between BMI-SDS diminishers and holders), - nutrition knowledge and attitudes towards eating behavior in connection with the neuronal activation by viewing food pictures for obese and normal-weight children and adolescents. Data to the nutrition knowledge, to attitudes towards eating behavior and towards psychosocial factors were sampled as well as a cranial functional magnetic resonance imaging of 46 obese children and adolescents before and after a one-year ambulant obesity training program. A normal-weight comparison group was recruited. Whereas no differences exist in the sum of the nutrition knowledge between obese and normal-weight children and adolescents, divergent attitudes are found between both groups towards eating behavior and psychosocial factors. The latter identify the group of the extremely obese as particularly more burdened. For a complete participation in a training program a realistic target-setting as well as the continuous presence of the parents are proven as predictors. Both points are also positively connected with a BMI-SDS diminution. An increase in nutrition knowledge particularly with regard to a high social competence is registered by the successful training participants. The change of attitudes which are connected to a flexible restraint of eating behavior also favors a BMI-SDS diminution. Failures seem to be correlated with a high degree of fear of increase in weight, a rigid restraint of eating behavior and a high dissatisfaction with the body self-image. Extremely obese children and adolescents profit less in the domains of the psychosocial relief and the emotional well-being. In the result it is necessary to individualize treatment paths and training components with regard to different groups of obese children and adolescents. An increase of confidence, of experiencing self-efficacy and positive emotiveness represent aims. A neuronal activation of different regions by viewing food pictures is positively associated with high nutrition knowledge and attitudes towards eating behavior, as shown by normal-weight children and adolescents. Normal-weight judge highly caloric food pictures more negatively than obese. Obese children and adolescents rather seem to check her reaction to food pictures about top-down-processes.

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Metadaten
Author: Holger Hirschfeld
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001443-6
Title Additional (English):predictors for the success of an outpatient obesity treatment program in childhood and adolescence
Advisor:Prof. Dr. Peter Kropp, Prof. Dr. Hans-Joachim Hannich
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2013/04/04
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2012/12/19
Release Date:2013/04/04
Tag:Adipositas, Essverhalten, Jugendliche, Kinder
childhood, obesity, predictor, treatment success
GND Keyword:Ernährung, Patientenschulung, Prognose, Therapieerfolg
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Medizinische Psychologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit