• search hit 36 of 103
Back to Result List

Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001243-8

Interaktionsmessung zwischen Antibiotika und Antiseptika anhand der Methode des Agardiffusions-Dilutions-Kombitests

  • Im Klinikalltag sind das Auftreten neuer Antibiotikaresistenzen und die steigende Anzahl an chronisch infizierten Wunden ein Problem. Um dem zu begegnen, stehen derzeit die Entwicklung neuer antimikrobieller Chemotherapeutika sowie die kalkulierte, auf Antibiogrammen begründete Antibiotikatherapie im Fokus. Auch die kombinierte Anwendung von systemisch wirksamen Antibiotika und lokal wirksamen Antiseptika auf chronisch infizierten Wunden ist bereits gängige Praxis im Klinikalltag. Untersuchungen, die Kombinationen aus Antibiotika und Antiseptika auf Wechselwirkungen bzw. Interaktionspotenziale prüfen, sind trotz ihrer häufigen Anwendung bisher aber kaum durchgeführt worden. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb das Interaktionsverhalten von AB/AS-Kombinationen untersucht. Getestet wurden die Antibiotika Ciprofloxacin, Gentamicin, Amikacin, Vancomycin, Mupirocin und Linezolid in Kombination mit den Antiseptika Octenidindihydrochlorid, Chlorhexidindigluconat und Polihexanid. Die Auswahl der Bakterien orientierte sich an den in chronisch infizierten Wunden häufig nachzuweisenden Erregern Staphylokokken, Enterokokken, Pseudomonaden und E. coli [17][15]. An Nährmedien kamen Isosensitest-, Müller-Hinton-, CSA- und Blut-Agar zum Einsatz. Dem Blut-Agar wurde in Hinblick auf die Problematik im Klinikalltag die größte Bedeutung bezüglich der Ergebnisinterpretation beigemessen. In Vorversuchen wurden die für die in den Hauptversuchen notwendigen MHK’s der Antiseptika mittels Mikroagardilutionsmethode bestimmt. In den Hauptversuchen wurde mit Hilfe des Agardiffusions-Dilutions-Kombitests ermittelt, wie sich die Hemmhofdurchmesser der AB/AS-Kombinationen im Vergleich zu denen der Kontrollversuche (reiner Agardiffusionstest mit Antibiotika) verändern. Anhand des Änderungsverhaltens im Hemmhofdurchmesser konnte entweder „additives/synergistisches“, „antagonistisches“ oder „indifferentes“ Interaktionsverhalten nachgewiesen werden. Aus insgesamt 372 getesteten Kombinationen (aus Antibiotika, Antiseptika, Erreger und Agar) konnten 65 als (über-)additiv und 20 als antagonistisch bewertet werden. Die hohe Anzahl sich indifferent verhaltender AB/AS- Kombinationen begründet sich in der Größe des geschätzten Standardfehlers. Additives/synergistisches Interaktionsverhalten zeigte sich am häufigsten bei der Testung gegen Staphylokokken, gefolgt von Pseudomonaden. 68 Antagonistisches Interaktionsverhalten trat weder bei Staphylokokken noch bei Enterokokken auf. Gegen Pseudomonaden zeigten die Kombinationen CIP 5/Octenidin, CIP 5/Chlorhexidin und AK 30/Chlorhexidin ein hohes Interaktionspotenzial. Die Kombination CIP 5/Octenidin wirkte maßgeblich antagonistisch, CIP 5/ Chlorhexidin und AK 30/Chlorhexidin dagegen rein additiv/synergistisch. Bei der Testung gegen Enterokokken und E. coli traten kaum Interaktionen auf. Auf Blut-Agar fielen insbesondere die AB/AS-Kombinationen CIP 5/ Chlorhexidin, LZD 30/Chlorhexidin, LZD 30/Octenidin, LZD 30/Polihexanid und VA 30/Chlorhexidin auf. Alle fünf Kombinationen zeigten bei Staphylokokken ein additives/synergistisches Interaktionsverhalten. Kann ihr Interaktionsverhalten in größeren Studien bestätigt werden, könnten diese Kombinationen als neue Therapieoptionen in der Behandlung chronisch infizierter Wunden an Bedeutung erlangen. Antagonismus wurde nur durch eine sehr geringe Anzahl an AB/AS-Kombinationen auf Blut-Agar hervorgerufen. Das stärkste Potenzial wies CIP 5 in Verbindung mit Octenidin bei Pseudomonaden auf. Der Einsatz dieser Kombination sollte daher im Klinikalltag möglichst vermieden werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Interaktionen nicht allein von der AB/AS-Kombination, sondern auch von der Art des Agars und Erregers abhängen. Dennoch sind sie richtungsweisend und sollten Anlass dazu geben, weitere Untersuchungen in der AB/AS-Kombinationstestung durchzuführen, um Fortschritte erzielen zu können.
  • The appearance of new antibiotic resistances and a rising number in chronically infected wounds are a problem in the clinical practice. Therefore, the development of new antimicrobial agents as well as the antibiotic therapy based on antibiogramms now stands in the focus of attention. Also the combined use of systemically effective antibiotics and locally effective antiseptics on chronically infected wounds is already a current practice in everyday clinical life. However, the investigations which check combinations of microbiocidal substances for interaction have hardly been carried out despite their frequent use. Therefore, in this present study the interaction behavior of AB/AS - combinations was investigated. The antibiotics ciprofloxacin, gentamicin, amikacin, vancomycin, mupirocin and linezolid were tested in combination with the antiseptics octenidindihydrochlorid, chlorhexidindigluconat, and polihexanid. As pathogens were chosen the bacteria which are frequently found in chronically infected wounds: Staphylococcus spp., Enterococcus spp., Pseudomonas spp and Escherichia coli / [17] [15]. As culture media were used Isosensitest -, Mueller-Hinton -, CSA - and blood - agar. In view of the problems in the clinical practice the greatest importance was attached to the blood - agar with regard to the result interpretation. In preliminary tests the MIC values of the antiseptics were measured by means of the microtitre-agardilution method. In the main tests, it was determined with the help of the agar-diffusion-dilution-combination method how the zone diameters of the AB/AS - combinations change in comparison to those of the agar-disk-diffusion test with antibiotics alone (control values). Either “additivism/synergy”, “antagonism” or “indifference” could be proved with the help of the change behavior in the zone diameter values. From a total of 372 tested combinations (from antibiotics, antiseptics, pathogens and culture media) 65 could be valued as (super-)additive and 20 as antagonistic effects. The high number of AB/AS- combinations with indifference has its reason in the size of the assumed standard error. Additive/synergistic interaction appeared most frequently with the test against staphylococci, followed by Pseudomonas spp. Antagonistic interaction appeared neither with staphylococci nor with enterococci. The combinations CIP 5/Octenidin, CIP 5/Chlorhexidin and AK 30/Chlorhexidin showed a high interaction potential against Pseudomonas spp. While the

Download full text files

Export metadata

Additional Services

Share in Twitter Search Google Scholar
Metadaten
Author: Eva Eckert
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001243-8
Title Additional (English):Measurement of the interaction between antibiotics and antiseptics with the Agardiffusion-Dilution-Combinationtest
Advisor:Dr. Nils-Olaf Hübner, Prof. Dr. Axel Kramer
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2012/05/25
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2012/05/25
Release Date:2012/05/25
Tag:Agardiffusion, Agardilution, Octenidin
antibiotics, antiseptics, interaction
GND Keyword:Antibiotikum, Antiseptikum, Arzneimittelwechselwirkung, Chlorhexidin, Polihexanid
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Hygiene und Umweltmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit