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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001551-6

Die Kernforschung und Kerntechnologieentwicklung in der DDR 1945 – 1965. Rahmenbedingungen, Politik der Staatspartei und Umsetzung

  • Die Untersuchung zeichnet die Entwicklung von Kernforschung und Kerntechnologie in der DDR in der Zeit zwischen 1945 bis 1965 nach. Als Industriestaat in hohem Maß abhängig vom einzig verfügbaren Primärenergieträger Braunkohle, erregte die ab den 50er-Jahren technisch mögliche zivile Nutzung der Atomkraft frühzeitig die Aufmerksamkeit der Partei- und Staatsführung. Als besonderes Argument hierfür wurde das Vorhandensein größerer Uranlagerstätten auf dem Staatsterritorium gewertet. Nach einem wenig erfolgreichen ersten Anlauf unmittelbar nach der Staatsgründung wurden ab 1955 enorme Anstrengungen unternommen, in der DDR eine weitestgehend eigenständige Kernenergieindustrie zu etablieren. Doch trotz eines breiten Einsatzes materieller und personeller Ressourcen blieb der Aufbau der angestrebten eigenständigen Atomwirtschaft in den Anfängen stecken. Die 1965 gefällte Entscheidung, den Aufbau der Kernenergiewirtschaft der DDR auf der Basis sowjetischer Kerntechnik fortzusetzen, bedeutete eine grundlegende Zäsur der Kernenergiepolitik und letztlich auch das Ende der hochfliegenden Ambitionen auf eine eigenständige Kernenergiewirtschaft. Anhand von Unterlagen der Regierung der DDR, des ZK-Apparates der SED sowie der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin zeigt die Studie die Rahmenbedingungen, Voraussetzungen und Zielsetzungen, unter denen in der DDR versucht wurde, den großtechnischen Einstieg in die Nutzung der Kernenergie zu vollziehen. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und einer weltweiten „Atomeuphorie“ erfolgt eine Einbindung in den internationalen Kontext von Kernforschung und technischer Entwicklung sowie der globalpolitischen Rahmenbedingungen. Neben den enorm hohen Erwartungen an eine künftig unabhängige Energieerzeugung und eine exportorientierte Nuklearindustrie wird der Fokus auch auf die politischen Zielsetzungen gelegt, die die SED-Führung mit der breiten Entwicklung von Kernforschung und Kerntechnologie verfolgte. Dabei verknüpft der Autor die Ambitioniertheit der Planungen zur Kernenergieentwicklung mit der für die Parteiführung essentiellen Frage der internationalen Anerkennung ihres Staates und der deutsch-deutschen Konkurrenzsituation.
  • The study follows the development of the nuclear research and nuclear technology in the GDR between 1945 and 1965. The GDR as an industrial country was highly dependent on brown coal, which was the only available primal energy source in the former GDR. Therefore the civil use of nuclear power called the attention of the executive and party leadership. This consideration was supported by the fact of large uranium deposits on the territory of former East Germany. After the foundation of the GDR, a first attempt to establish an independent nuclear power industry had failed. From 1955 on, the efforts in this direction have been stepped up. Despite the enormous effort of material and human resources the development of an independent East German nuclear industry never got off the ground. In 1965 it was decided to continue the buildup of an East German nuclear industry on base of the nuclear technology of the former Soviet Union. This decision marked a turning point in the East German energy policy and the end to ambitious plans of an independent nuclear industry. The research shows the frame, the preconditions and objectives of the development of the East German nuclear industry on the base of relevant documents from the government of the former GDR, the political machine of the Communist Party (SED) and the Academy of Science Berlin. The research is implementing the context of international nuclear research and technical progress against the background of the Cold War and the international nuclear euphoria as well as within the range of global politics. The discussion focusses on two points. Along with high expectations to an independent energy production and an exporting nuclear industry, the Communist party aimed for clear political results. The author will show the connection between plans of the executive and party leadership of the SED for an ambitious nuclear energy development and the international acceptance of the East German State in the German-German rivalry.

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Metadaten
Author: Olaf Strauß
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001551-6
Title Additional (English):Nuclear Research and the Development of Nuclear Technology in the GDR between 1945 and 1965. General Conditions, Politics of the Communist Party and Realisation
Advisor:Prof. Dr. Dieter Hoffman, Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2013/07/15
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Philosophische Fakultät (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2012/06/07
Release Date:2013/07/15
Tag:Akademie der Wissenschaften, Amt für Kernforschung und Kerntechnik, Institut für Kernforschung, Kernforschung, Rossendorf
GDR, nuclear power, nuclear research
GND Keyword:Deutschland <DDR>, Kernenergie, Kernphysik, Kerntechnik, Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, Wissenschaftspolitik
Faculties:Philosophische Fakultät / Historisches Institut
DDC class:900 Geschichte und Geografie / 900 Geschichte