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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001939-0

Identifikation von Determinanten der Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas

  • Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Unter den 3- bis 17-Jährigen in Deutschland sind derzeit ca. 15% übergewichtig und 6% adipös. Die Ursachen sind multifaktoriell und liegen neben einer genetischen Prädisposition insbesondere an einer reduzierten körperlichen Betätigung und dem Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Energiegehalt. Aufgrund des deutlich erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisikos der Betroffenen, besteht ein erheblicher Bedarf für effektive und nachhaltige therapeutische Interventionen. Viele der bisher publizierten Untersuchungen zu Gewichtsreduktionsmaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas belegen allerdings sehr heterogene Ergebnisse. Die therapeutischen Effekte sind oft nur marginal und nicht nachhaltig. Für die vorliegende Arbeit leiten sich aus diesen Ansätzen die Fragen ab, ob sich schon bei Beginn einer Therapie zur Gewichtsreduktion Determinanten und Prädiktoren identifizieren lassen, die Aussagen zum Behandlungsergebnis ermöglichen. Es wurde untersucht, welche medizinischen, psychologischen und psychosozialen Parameter das unterschiedliche Ansprechen der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas auf die therapeutische Intervention und den weiteren Gewichtsverlauf determinieren. Patienten und Methoden Die vorliegende Studie beinhaltet eine Untersuchung und katamnestische Nachbefragung einer Interventionsgruppe. In der ersten Phase der Studie wurde ein geeignetes Untersuchungsprogramm entwickelt, welches die Identifikation von medizinischen, psychologischen und psychosozialen Faktoren, die in Verbindung mit einer nachhaltigen Gewichtsveränderung stehen könnten, ermöglicht. Die Entwicklung des Untersuchungsprogramms erfolgte schrittweise, strukturiert und standardisiert. Anhand kleiner Kohorten wurde das Programm empirisch hinsichtlich der Anwendbarkeit sowie der testsstatistischen Kriterien, wie Reliabilität, Validität und Objektivität überprüft. In der zweiten Phase erfolgte die multizentrische Anwendung des Untersuchungsprogramms an vier Untersuchungseinrichtungen bei 143 Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas. 80% aller Probanden wurden in einem Zeitraum von 24 Monaten sukzessive und in definierten Abständen nachuntersucht, um den weiteren Gewichtsverlauf zu analysieren. Ergebnisse Durch die Teilnahme am strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogramm kann bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas auch bis zu zwei Jahren nach der Teilnahme eine signifikante Reduktion von Gewicht, BMI und BMI-SDS erzielt werden. Der BMI-SDS blieb bei 52/101 Patienten (47,3%) ein Jahr nach der Entlassung aus dem stationären Setting konstant oder sank weiter ab. Zwei Jahre nach der Entlassung war bei 42/88 Patienten (38,2%) eine signifikante BMI-SDS Reduktion zu verzeichnen. Bei ca. 2/3 der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas zeigten sich pathologische Veränderungen von medizinischen und/oder laborchemischen Parametern und Risikofaktoren für kardiovaskuläre und metabolische Störungen. Signifikante Assoziationen zur Veränderung und Stabilisierung des Körpergewichts im langfristigen Verlauf nach der stationären Behandlung zeigten die Variablen: „Berufstätigkeit der Eltern“, „die tägliche Zeit am PC“, „Ernährungsverhalten“, „Schulkonflikte“, „Allgemeines Wohlbefinden“, „Resilienz“, „Stressbewältigung – Suche nach sozialer Unterstützung“, „Strukturierter Tagesablauf“, und „Familienklima (Zusammenhalt)“ prognostisch die größte Relevanz für eine langfristig erfolgreiche Gewichtsreduktion. Ein tendenzieller Zusammenhang ließ sich bei den Variablen „Herkunftsort“, „Schulbildung des Vaters“ sowie bei der „Hyperaktivität“ feststellen. Eine individuelle Ausrichtung der Adipositastherapie bezüglich dieser Determinanten, könnte dazu beitragen das langfristige Outcome deutlich zu verbessern.
  • The prevalence of overweight and obesity in childhood and adolescence has increased significantly in recent years. Among the 3 - to 17-year-olds in Germany are currently about 15% overweight and 6% obese. The causes are multifactorial and are due to a genetic predisposition, as well as to a reduced physical activity and the consumption of foods with a high energy content. Due to the significantly increased morbidity and mortality risk, there is a significant need for effective and sustainable therapeutic interventions. Studies have shown a wide range of difference in final results of weight reduction therapy in children and adolescents with overweight and obesity. The therapeutic effects are often only marginally and not sustainable. The aim of the project is the development and evaluation of an investigation programme for identification of determinants of weight reduction. Patients and methods The present study includes an investigation and follow-up catamnestic of an intervention group. In the first phase of the study, a suitable investigation programme was developed, to identify medical, psychological and psychosocial factors that may be associated with a sustained change in weight. In the second phase, a multicenter study of the investigation programme at four study institutions in 143 children and adolescents with overweight and obesity occurred. 80% of all subjects were followed up over a period of 24 months successively and at defined intervals to analyze the further course of weight. Results By participating in the structured treatment and teaching program a significant reduction in weight, BMI and BMI-SDS can be achieved in children and adolescents with overweight and obesity in the long term (two years). 52/101 patients (47.3%) have their BMI-SDS maintained or further reduced after one year. After two years 42/88 patients (38.2%) have significantly reduced their BMI-SDS. At about 2/3 of children and adolescents with overweight and obesity had pathological changes of medical and / or laboratory parameters and risk factors for cardiovascular and metabolic disorders. Significant associations for change and stabilization of body weight in the long-term course after inpatient treatment showed the variables "occupation of the parents", "daily time on the PC", "eating habits", "school conflicts," "General Welfare", "resilience" "Stress Management - seeking social support", "Structured daily routine", and "family environment (cohesion)" prognostically most relevant to a successful long-term weight reduction. A tendentious connection could be established to the variable: "origin", "education of the father", "hyperactivity". An individual orientation to the treatment of obesity with respect to these determinants could help to improve significantly the long-term outcome.

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Metadaten
Author: Alexander Kaps
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001939-0
Title Additional (English):Identification of determinants for weight reduction in children and adolescents with overweight and obesity
Advisor:Prof. Dr Thomas Kubiak, Prof. Dr. Markus M. Lerch
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2014/06/27
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2014/06/23
Release Date:2014/06/27
Tag:Obesity
GND Keyword:Adipositas, Determinanten, Fettleibigkeit, Stoffwechselkrankheit, Übergewicht
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit
PACS-Classification:80.00.00 INTERDISCIPLINARY PHYSICS AND RELATED AREAS OF SCIENCE AND TECHNOLOGY / 87.00.00 Biological and medical physics / 87.19.-j Properties of higher organisms / 87.19.X- Diseases / 87.19.xv Endocrine diseases