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Forschung, Rüstung und Krieg : Formen, Ausmaß und Grenzen des Wissenschaftlereinsatzes für den Zweiten Weltkrieg im Deutschen Reich

  • Anhand der Forschungen im Bereich der chemischen Kampfstoffe, der Funkpeiltechnologie, des Strahl- und des Raketenantriebs, des Radars, der Kernspaltung und der Computertechnologie stellt der Autor dar, wie Staatsführung und Militär die Forschung für das politische Hauptziel des „Dritten Reichs", den Krieg im Osten, eingesetzt haben. Ein wichtiger Punkt in dieser Untersuchung ist der Einsatz der Computertechnologie für Entzifferungszwecke, da die Alliierten durch den Einsatz dieser in wichtigen Phasen des Krieges entscheidende Vorteile haben erringen können. Trotz der scheinbar hierarchischen Struktur in der Staatsführung ist es dieser aber nicht gelungen, in diesen oder anderen technologisch für den Krieg bedeutsamen Bereichen die Kräfte effektiv einzusetzen und einen möglichen technologischen Vorsprung vor Kriegsbeginn über das Ende des Krieges hinaus zu bewahren. Ursache dafür ist die polykratische Struktur des nationalsozialistischen Herschaftsgefüges gewesen. Dem Militär ist es nicht gelungen in dieser Struktur dauerhaft seinen Einfluss zu wahren, weil die Militärführung untereinander zu zerstritten gewesen ist. Die militärische Führung schätzt zudem die Bedeutung der Forschung für den Krieg falsch ein. Die Bereiche, in denen die Deutschen technologisch überlegen sind, spielen für den Ausgang des Krieges keine Rolle, weil die Technologie entweder zu spät kommt (Strahltrieb), ihr Einsatz in der erreichten Entwicklungsstufe in keinem Verhältnis zum Aufwand steht (Raketentechnologie) oder aber ein Einsatz aus Furcht vor möglichen Repressionen nicht in Frage kommt (chemische Kampfstoffe).
  • Based on the scientific research concerning chemical warfare agents, the technology of (radio) direction finding, the jet and rocket propulsion, radar, nuclear fission and computer technology the author describes how the government and the military used scientific research for the main political objective of the "Third Reich": the war in the east. An important point in this investigation is the use of computer technology for the purpose of deciphering, because the Allies were able to win decisive advantage in important periods of the war through the use of this technology. Despite the apparent hierarchical structure of the government they did not succeed in using these forces effectively in these or other technological areas which were important for the war. They were unable to keep a possible technological advantage, which they had had before the start of the war beyond the end of the war. The reason for this was the polycratic structure of the National Socialist rule. The military did not succeed in maintaining a permanent influence in this structure, because the military leadership was too divided among themselves. Furthermore the military leadership underestimated the significance of the scientific research for the war. The areas, in which the Germans were technologically superior, weren't important for the outcome of the war, because it was either developed too late (jet propulsion), its use in the reached stage of development bore no relation to its expenditure (rocket technology) or the use of it was out of the question because of the fear of possible reactions (chemical warfare agent).

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Metadaten
Author: Christopher Schumacher
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000038-3
Title Additional (English):Researsch, armament and war : Forms, extent and limits of the use of scientists for the second world war in the German Reich
Advisor:Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2006/07/06
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Philosophische Fakultät (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2004/05/17
Release Date:2006/07/06
GND Keyword:Forschung, Militär, Weltkrieg <1939-1945>
Faculties:Philosophische Fakultät / Historisches Institut
DDC class:900 Geschichte und Geografie / 900 Geschichte