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Der Einfluss des Kohärenzgefühls und der biopsychosozialen Ressourcen auf die subjektive Gesundheit im höheren Lebensalter - Eine längsschnittliche Betrachtung der "Greifswalder Altersstudie"

  • In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss des Kohärenzgefühls auf die Entwick-lung der gesundheitlichen Situation im höheren Lebensalter untersucht. Im Sinne des salutogentischen Modells nach Antonovsky stellt dieses zentrale Konstrukt einen Medi-ator in der Beziehung von biopsychosozialen Ressourcen und Gesundheit dar. Die für diese Analyse benötigten längsschnittlichen Daten wurden im Rahmen des Forschungs-verbandes „Lebensqualität für ältere Menschen in Greifswald - Gesundheit und Bewe-gung im Alltag älterer Menschen“ (Greifswalder Altersstudie, GASt) in den Jahren 2001 und 2006 erhoben. Die Studienteilnehmer, die zum jungen und aktiven Teil der Bevölkerung zählen sollten, wurden über Aufrufe in den lokalen Medien und Faltblätter rekrutiert. Insgesamt konnte für 125 Personen im Alter zwischen 59 und 89 Jahren ein längsschnittlicher Datensatz erhoben werden. Das subjektive Gesundheitsniveau der Studienteilnehmer wurde mit Hilfe der Philadelphia Geriatric Centre Morale Scale (PGCMS), dem Fragebogen zum subjektiven Gesundheitszustand (SF-36) mit seiner psychischen und körperlichen Summenskala sowie der Beschwerdeliste nach Zerssen (BL) erhoben. Die Analyse der Daten ergab zunächst, dass die Teilnehmer im Sinne des salutogeneti-schen Studienansatzes zu den jüngeren und erfolgreich alternden Personen in der Ge-sellschaft gehörten. Die Analyse der Studienabbrecher hingegen ergab keine signifikan-ten Ergebnisse, so dass die Studie keine eindeutigen Hinweise lieferte, wie die Zahl der Studienabbrecher in zukünftigen längsschnittlichen Studien reduziert werden könnte. Im Gegensatz zu der ursprünglichen Annahme von Antonovsky konnte über die Dauer der Studie eine Zunahme des Kohärenzgefühls gezeigt werden. Allerdings wurde das Signifikanzniveau knapp verpasst. Das Kohärenzgefühl zum Zeitpunkt der zweiten Datenerhebung korrelierte mit sieben der zehn erhobenen biopsychosozialen Ressourcen zum ersten Messzeitpunkt. In einer einfachen linearen Regression waren die Selbstwirksamkeitserwartung und die erwartete soziale Unterstützung signifikante Prädiktoren für die Entwicklung des Kohärenzgefühls. In Bezug auf die Gesundheitsmaße zum zweiten Messzeitpunkt zeigte sich das Kohärenzgefühl zum Zeitpunkt der ersten Datenerhebung nur für das Wohlbefinden und das körperliche Beschwerdeniveau als signifikanter Prädiktor. Allerdings klärte es für drei der vier Gesundheitsmaße jeweils zusätzliche Varianz auf. Dies konnte für die psychische Gesundheit jedoch nicht gezeigt werden. Die Hypothese der Mediatorfunktion fand durch die Studienergebnisse Bestätigung. Die Analyse der Daten zeigte, dass das Kohärenzgefühl einen Mediator zwischen den getesteten Ressourcen und dem Wohlbefinden, der psychischen Gesundheit sowie dem körperlichen Beschwerdeniveau darstellte. Für die körperliche Gesundheit konnte dies nicht nachgewiesen werden. Zudem fiel auf, dass in Bezug auf die drei vom Kohärenzgefühl moderierten Gesundheitsmaße jeweils fünf Modelle mit den gleichen Ressourcen die Ergebnisse mit dem höchsten Signifikanzniveau aufwiesen. Diese waren die körperliche Belastbarkeit, das Selbstwertgefühl, die Selbstwirksamkeitserwartung, die erwartete soziale Unterstützung und die Alltagsaktivitäten.
  • The general aim of this study was to demonstrate the influence of sense of coherence on subjective health in older age. With regard to the salutogenic model the sense of coherence mediates between the bio-psycho-social resources and subjective health. 125 active elderly persons between 59 and 89 years old filled out a comprehensive questionnaire assessing bio-psycho-social resources, sense of coherence and three subjective health measures (SF36-Health survey, BL- Symptom Check List by Zerssen and Philadelphia Geriatric Centre Morale Scale). In contrast to Antonovskys point of view our longitudinal analysis show an increase of sense of coherence in the study population during five years. Only the level of significance was marginal missed. But effect size shows a little effect during the time of the study. The Sense of coherence at the second time of measurement was significantly correlated with 7 out of 10 resources assessed at the first time of measurement. In a simple liner regression self-efficacy and expected social support were significant predictors for the sense of coherence in the future. The sense of coherence was a significant predictor for general well-being and symptom status in the future. But Sense of coherence added variance for explanation 3 of 4 tested subjective health measures. Finally Sense of coherence proved to be a mediator of the relationship between generalized resistance resources and general well-being, mental sum score and symptom status. For physical health the mediator hypothesis was disproved. The generalized resistance resources with the highest level of significance for the three subjective health measures were resilience, a subscale of physical well-being, self-esteem, self-efficacy, expected social support and activities of daily living, a subscale of Nuremberg aging inventory.

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Metadaten
Author: Jana Weber
URN:urn:nbn:de:gbv:9-001601-8
Title Additional (English):The influence of sense of coherence and generalized resistance resources on subjective health in older age - a longitudinal analysis of the "Greifswalder Alterstudie"
Advisor:Dr. Ulrich Wiesmann
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2013/10/10
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2013/08/26
Release Date:2013/10/10
Tag:Kohärenzgefühl, erfolreiches Altern, subjektive Gesundheit
salutogenesis, sense of coherence, subjective health, successful aging
GND Keyword:Salutognense
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Medizinische Psychologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit