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Effizienz einer verkürzten Einwirkungszeit der hygienischen Händedesinfektion und deren Einfluss auf die Compliance im Rahmen einer Cross-Over-Anwendungsbeobachtung auf einer gynäkologischen Bettenstation

  • Korrekte Händehygiene ist ein maßgeblicher Faktor im medizinischen Pflegealltag zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen. Dabei ist nicht nur die richtige Technik nach der EN1500 maßgeblich, sondern vor allem die Compliance des Pflegepersonals, die je nach Fachrichtung sowie einer Reihe von anderen Faktoren zwischen 5-96 % schwankt. Als ein maßgeblicher Grund für mangelnde Compliance wird im Pflegealltag die erforderliche Zeit für die Händedesinfektion angegeben, d.h. die vorgeschriebene Einwirkzeit von 30 s wird im normalen Pflegealltag als zu lange empfunden bzw. auf Grund von zu wenig Zeit werden die Hände zu wenig desinfiziert. In dieser Studie wurde geprüft, ob die minimale Einwirkzeit von 30 s auf 15 s bei gleichbleibender Effizienz herabgesetzt werden kann und ob sich die verkürzte Einwirkzeit auf die Compliance des Pflegepersonals auswirkt. Die Studie wurde als Cross-Over-Anwendungsbeobachtung an 14 Probanden auf einer gynäkologischen Bettenstation durchgeführt. Die Probanden wurde jeweils über eine 8 h Schicht begleitet; dabei wurden die Anzahl ihrer durchgeführten Händedesinfektionen und die Indikationen dazu an Hand der "5 Moments" (WHO-Guideline 2009) erfasst. Bei den Probanden wurde am Anfang ihrer Schicht sowie danach stündlich die Kontaminationsrate der Hände mittels Auskneten der Fingerkuppen in CSL-Lösung sowie Ausstreichen auf Blutagarplatten in verschiedenen Verdünnungsreihen bestimmt. Danach erfolgte eine Händedesinfektion mit entweder 15 s oder 30 s Einwirkungszeit und die eine weitere Bestimmung der mikrobiellen Last in CSL-Lösung mit Desinfektionshemmstoff nach demselben Muster. Die kurz vor der Probeentnahme zuletzt durchgeführten Tätigkeiten wurden an Hand der Fulkerson-Skala klassifiziert. Im Ergebnis der Studie konnte sowohl die Gleichwertigkeit der Effektivität der verkürzten Einwirkzeit der Händedesinfektion bei gleicher mikrobieller Belastung zwischen beiden Versuchsreihen nachgewiesen werden, d.h. im laufenden Pflegealltag besteht kein Unterschied innerhalb der mikrobiellen Reduktionsleistung zwischen 15 s und 30 s Einwirkzeit. Zugleich wurde festgestellt, dass sich die Compliance innerhalb der verkürzten Einwirkzeit von 15 s gegenüber der von 30 s um 15 % signifikant steigerte. Die verkürzte Einwirkzeit ist folglich nicht nur als gleichwertig gegenüber der bisherigen Einwirkzeit von 30s anzusehen, sondern sie erwies sich als sinnvoll zur Verbesserung der Compliance des Pflegeteams auf der untersuchten Station.
  • Correct hand-hygiene procedures to avoid nosocomial infections are a crucial factor in healthcare facilities. To this end, not only the right technique according to EN1500, but most importantly healthcare providers’ compliance, which ranges between 5-96% dependent on medical specialization, and other factors are important. The necessary time for hand disinfection is often cited as the prime cause of low compliance rates in daily nursing routines, e.g. the prescribed exposure time of 30s is being perceives as too long. Further, hands are disinfected too infrequently due to general lack of time. This study tests whether the minimal exposure time could be reduced from 30s to 15s while maintaining efficancy and whether this would have any effect on compliance of healthcare facility personnel. Fourteen volunteers were observed in a cross-over observation study at a gynecological ward. Each participant was accompanied over an 8 hour shift and the number of hand disinfections and indications to that effect according to the “5 Moments” (WHO-Guideline 2009) was noted. The contamination rate of the subject’s hands was determined at the beginning of their shift, as well as hourly afterwards via the kneading of the fingertips in CSL-solution and subsequent spreading on blood agar plates in various serial dilutions. This was followed by hand disinfection of either 15s or 30s and another determination of the microbial load in a CSL-solution with disinfection inhibitors according to the same pattern. The activities carried out immediately prior to taking the sample were classified according to the Fulkerson-Scale. The study found no difference between the 15s or the 30s exposure groups with the same microbial contamination. Compliance increased by 15% in the 15s vs. the 30s group. The reduced exposure time can therefore not only be regarded as equivalent to the currently indicated application time of 30s, but has proved to be useful in increasing the overall compliance rates of the healthcare personnel in the tested facility.

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Metadaten
Author: Christoph Friedrich Kaden
URN:urn:nbn:de:gbv:9-002068-4
Title Additional (English):Efficacy of reduced hand disinfection exposure time and its influence on overall compliance in the context of a cross-over observation study on a gynecological ward
Advisor:Prof. Dr. Axel Kramer
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2014/11/18
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2014/10/28
Release Date:2014/11/18
Tag:5 moments, Effizienz, Nosokomiale Infektionen
compliance, exposure time, hand-hygiene, nosocomial infections
GND Keyword:Compliance, Desinfektion, Hautdesinfektion, Hygiene, Händedesinfektion
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Hygiene und Umweltmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit