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Untersuchung zur Akzeptanz neuer Wege der Sicherung der hausärztlichen Versorgung der Bevölkerung des Landes Brandenburg in strukturschwachen und ärztlich unterversorgten Regionen durch Hausärzte, Pflegeeinrichtungen im Vergleich mit der Landeshauptstadt Potsdam am Beispiel des AGnES-Konzeptes

  • Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zunehmenden hausärztlichen Unterversorgung, insbesondere in strukturschwachen ländlichen Regionen diskutieren sowohl Leistungserbringer, Kostenträger und Politik aktuell sehr intensiv über nachhaltige Entlastungspotenziale für Hausärzte. Bisher gibt es keine regionale wissenschaftliche Untersuchung, ob die Einführung von nichtärztlichen Praxisassistentinnen („Gemeindeschwester“) von der Mehrheit der Hausärzte zu ihrer Entlastung akzeptiert und genutzt wird. In einer Vollerhebung wurden zwei Befragungen mittels standartisierter Fragebögen in der Zeit von August 2009 bis Februar 2010 durchgeführt. Es wurden sowohl die hausärztlich tätigen Ärzte als auch alle Pflegeeinrichtungen, Sozialstationen und Beratungsstellen in ausgewählten hausärztlich unterversorgten und von hausärztlicher Unterversorgung bedrohten Regionen sowie der Stadt Potsdam befragt. Eingebettet war diese Befragung in die modellhafte Erprobung des „AGnES-Konzeptes“ im Land Brandenburg, das vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald erarbeitet, implementiert und evaluiert wurde. Die Rücklaufquote betrug bei den Hausärzten 61% ( N=172) , bei den Pflegeeinrichtungen, Sozialstationen und Beratungsstellen 65,5% ( N=87). Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Meinungen der am oben genannten Projekt beteiligten Personen ( Hausärzte, Gemeindeschwestern, Patienten) von denen der in der vorliegenden Studie nicht am Projekt beteiligten befragten Hausärzte und Pflegeeinrichtungen in ihrer Ausprägung unterscheiden. Hinsichtlich des Einsatzes von Gemeindeschwestern in unterversorgten Regionen (Hausärzte 59,0%; Pflege 59,6%) ist zu erkennen, dass beide Berufsgruppen eine auf diese Region eingeschränkte Entlastung von Hausärzten begrüßen, einem uneingeschränkten Einsatz aber skeptisch gegenüberstehen. Beide Befragungsgruppen sprechen sich dafür aus, dass „Gemeindeschwestern“ für mehrere Hausärzte tätig sein sollten ( Hausärzte 84%; Pflege 79,2%). Wird bei diesem Ergebnis zusätzlich Bezug genommen auf die Anstellungsfavoriten, können sich die Befragten einen regelhaften Einsatz von „ Gemeindeschwestern“ vor allem als kommunale Beschäftigte und für mehrere Hausärzte gleichzeitig vorstellen. Der wöchentliche Zeitaufwand für Verwaltungstätigkeiten bei den Hausärzten weist im Mittel 9,71 Stunden und bei den Pflegeeinrichtungen 18,82 Stunden aus. Der Verwaltungsaufwand, ausgehend von einer 40 Stunden Woche ist mit 25% der wöchentlichen Arbeitszeit bei den Hausärzten und 50% bei den Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen sehr hoch ist. Der Einsatz der „Gemeindeschwestern“ könnte aus Sicht der Mehrheit der Befragten bei entsprechender Qualifikation zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, zu einer Zeitersparnis für die Hausärzte und auch zu einer Verbesserung der Patientencompliance führen. Voraussetzung für eine flächendeckende Inanspruchnahme von Praxisassistentinnen („Gemeindeschwestern“) ist die Fortführung des Kommunizierens der Betreuungsverbesserungen zwischen den Kostenträgern und Leistungserbringern. Die erwarteten Verbesserungen könnten die Akzeptanz erhöhen. Die zu geringe Vergütung könnte die Akzeptanz vermindern.
  • Against the backdrop of demographic change and the growing primary care shortage, especially in economically underdeveloped rural regions to discuss both providers, payers and policy currently very intensively on sustainable relief potential for primary care physicians. There are no regional scientific investigation, whether the introduction of non-medical practice assistants ("Public health nurse") is accepted and used by the majority of primary care physicians to their relief. In a census, standard two surveys by questionnaires were performed in the period from August 2009 to February 2010. It both doctors physicians working as well as all nursing homes, welfare centers and counseling centers in selected family physicians underserved and threatened by house medical undersupply regions and the city of Potsdam were interviewed.  Nestled this survey was in the Pilot testing of the "AGnES concept" in the state of Brandenburg, which was at the University of Greifswald developed, implemented and evaluated by the Institute for Community Medicine. The response rate was 61% among general practitioners (N = 172), in the care institutions, welfare centers and counseling centers 65,5% (N = 87). The results show that different opinions of the persons involved in the above project (GPs, district nurses, patients) of whom did not participate in the present study, the project surveyed primary care physicians and nursing facilities in severity. Regarding the use of community nurses in underserved regions (GPs 59.0%; 59.6% Maintenance) can be seen that both professional groups welcome limited to this region relief of family doctors, but an unrestricted use skeptical about. Both survey groups are in favor of that "community nurses" for more family doctors should be operating (GPs 84%; care 79.2%). If, in addition reference is made in this earnings on the employment favorites, the respondents can imagine a rule-based use of "community nurses" especially as municipal employees and for more family doctors simultaneously. The weekly time spent on administrative activities at the primary care physicians has on average 9.71 hours and in the care institutions from 18.82 hours. General administrative expenses, based on a 40 hour week with 25% of the working week is very high at the primary care physicians and 50% in nursing homes and welfare centers. The use of "community nurses" could from the perspective of the majority of respondents with appropriate qualifications lead to an improved quality of life of patients, at a time savings for general practitioners and also to an improvement in patient compliance. Prerequisite for an area-wide use of practice assistants ("community nurses") is the continuation of communicating the care improvements between payers and providers. The expected improvements could increase the acceptance. The insufficient compensation might reduce acceptance.

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Metadaten
Author: Geertje Kahlbau-Kaak, Holger Klingbeil
URN:urn:nbn:de:gbv:9-002246-5
Title Additional (English):Examination for acceptance of new ways of securing the primary care of the population of the State of Brandenburg in structurally weak and medically underserved regions by primary care physicians, nursing homes, compared with the state capital Potsda
Advisor:Prof.Dr. Wolfgang Hoffmann
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2015/06/12
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Universitätsmedizin (bis 31.05.2018)
Date of final exam:2015/05/11
Release Date:2015/06/12
Tag:AGnES-Konzept, Akzeptanz, Demografische Entwicklung, Hausärztliche Versorgung, Land Brandenburg, Nachwuchsproblem, unterversorgte Regionen
Acceptance, Agnes concept, Shifting demographics, family medicine, junior problem, underserved regions
GND Keyword:Akzeptanz, Brandenburg, Hausarzt, Pflege
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Community Medicine
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit