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Geschlechtsspezifische Prävalenz und Charakteristika von Verschattungen der Nasennebenhöhlen im MRT – Sinus maxillaris versus Sinus frontalis

  • Das Ziel dieser Arbeit war die Bestimmung der Prävalenz von Verschattungen der Sinus maxillares und frontales in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter und Ausformung der Verschattung in einer repräsentativen Kohorte der deutschen Bevölkerung zu bestimmen. Als Datenbasis für die Auswertung mittels der Software MeVisLab dienten die umfangreichen SHIP-Trend und SHIP-2 Studien. Es wurden insgesamt 3022 Datensätze verwendet. Die technische Umsetzung gelang mit hoher Reliabilität. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte aller MRT-Datensätze (59,8%) eine Verschattung des Sinus maxillaris und/oder Sinus frontalis aufwiesen und dabei die Männer signifikant häufiger eine Verschattung der KH, als auch der STH zeigten (71,3%). Bei einer Gesamtverschattung der KH von 57,5% dominierten die basal einseitige Verschattung mit ca. 36% und die basal beidseitige Verschattung mit ca. 21%. Weiterhin tritt eine signifikante Häufung der Verschattungen bei den mittleren Altersklassen der 3. bis 6. Dekade der KH im Vergleich zu anderen Altersgruppen auf. Dies ließ sich aber nicht statistisch signifikant für die STH bestätigen. Eine Polyposis nasi (einseitig) wurde bei 1,8% der Probanden festgestellt, allerdings ohne geschlechtsspezifische Unterschiede. Über 78% der Stirnhöhlen der Probanden zeigten keine Pathologien. Ca. 10% waren einseitig verschattet, beidseitig nur 6%. Eine einseitige Aplasie der STH wurde bei ca. 2% festgestellt, eine beidseitige Aplasie nur bei ca. 1%. Die Messungen der Volumina der KH und STH bilden eine Grundlage für eine perspektivische (semi)automatischen Methodik zur Auswertung von Verschattungen der NNH. Dies könnte die aufwendige Bildauswertung im Klinikalltag verkürzen. Das hier benutzte Messprotokoll kann als möglicher Standard für zukünftige MRT Messprotokolle dienen. Die Vergleiche mit anderen Arbeiten lassen aufgrund deren geringen Anzahl und abweichenden Durchführung, Auswertung und Probandenauswahl nur bedingt Schlussfolgerungen zu. Allerdings zeigen sich tendenziell ähnliche Ergebnisse wie bei Casper [60], was sich durch die Verwendung einer ähnlichen Methodik zur Auswertung begründet. Die Anzahl an Verschattungen der NNH ergibt sich in den meisten Studien als viel zu klein, da dort nur klinische Fälle betrachtet werden. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl von Verschattungen in der Arbeit von Casper und in dieser Arbeit wesentlich höher, allerdings fehlt beiden Arbeiten die Analyse der klinischen Relevanz. Dies wäre nur möglich, wenn solch eine Studie noch durch die klinische Symptomatik der Probanden ergänzt würde, um damit die Relevanz von Verschattungen differenzieren zu können. Zur Unterscheidung asymptomatischer Verschattungen und klinisch relevanter Erkrankungen ist dies im Rahmen zukünftiger Arbeiten zu fordern. Für diese Unterscheidung könnten zusätzlich körperliche Untersuchungen dienen, wie z.B. eine Endoskopie der NNH. Methodisch empfiehlt sich für weitere Studien eine Ausweitung der Betrachtung auf alle NNH, einschließlich der Siebbein und Keilbeinhöhle. Damit wäre eine umfassendere anatomische Betrachtung in einem ganzheitlichen Ansatz möglich.
  • The aim of this work was to determine the prevalence of opacification of the maxillary sinus and frontal sinus depending on gender, age and shape of opacification in a representative cohort of German population. The database for the evaluation, analyzed with MeVisLab software, was the extensive SHIP-Trend and SHIP-2 studies. There were a total of 3022 datasets used. The technical implementation proved a high reliability. More than half of all MRI datasets (59.8%) had an opacification of the maxillary sinus and / or frontal sinus. Men were significantly more likely to show a degree of maxillary sinus and frontal sinus (71.3%). With a total opacification of the maxillary sinus of 57.5%, the basal one-sided opacification with approximately 36% and the basal bilateral opacification with approximately 21% dominated. Furthermore, a significant accumulation of opacification of the maxillary sinus occurred in the middle-aged groups of the 3rd to 6th decade compared with other age groups. However, this was not statistically significant for the frontal sinus. A polyposis nasi (unilateral) occured for 1.8% of the cases, but without gender differences. Over 78% of the frontal cavities of the volunteers showed no pathologies. Approximately 10% were one-sided shaded, only 6% on both sides. A unilateral aplasia of the frontal sinus was detected for about 2%, a bilateral aplasia only for about 1%. The measurements of the volumes of the maxillary and frontal sinus form a basis for a perspective (semi) automatic method for the evaluation of opacification of the paranasal sinuses. This could shorten the time-consuming image analysis in everyday clinical practice. The measurement protocol used here can be considered as a possible standard for future MRI measurement protocols. The comparisons with other studies allow only limited conclusions due to their small number and different implementation, evaluation and selection of subjects. However, similar results tend to show up in Casper, which used a similar methodology for evaluation. The number of opacifications of the paranasal sinuses results is much smaller in most studies, because only clinical cases were considered. In contrast, the number of opacifications in Casper and in this study is much higher. However, both studies lack the analysis of clinical relevance. One should consider in future studies clinical symptoms. For these, also physical studies, for example endoscopy of paranasal sinuses could be useful. Methodologically, an implication of all paranasal sinuses, including ethmoid and sphenoidal sinus, is recommended.

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Metadaten
Author: Lisa Schneider
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-22914
Title Additional (German):Gender specific prevalence and characteristics of opacification of the paranasal sinuses - Sinus maxillaris versus Sinus frontalis
Referee: Achim Georg Beule, Thomas Kühnel
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2017
Date of first Publication:2018/09/04
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2018/09/03
Release Date:2018/09/04
GND Keyword:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Pagenumber:107
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit