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Eine modelltheoretische Betrachtung des Zusammenhangs zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltverschmutzung
- Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Wachstumsraten dreier Szenarien, in denen Umweltverschmutzung zunehmend internalisiert wird, wobei Umweltverschmutzung als Externalität des Vermögens angenommen wird. Die Darstellung erfolgt anhand eines endogenen Wachstumsmodell, unter der Annahme einer positiven Kreuzelastizität des Nutzens in Bezug auf Konsum und Umweltverschmutzung, welche als Kompensationseffekt bezeichnet wird. In dem ersten Szenario findet keine Internalisierung statt, die Haushalte gehen von einer konstanten Umweltqualität aus, auf die sie keinen Einfluss haben. Im zweiten Szenario berücksichtigen die Haushalte den Anstieg der Umweltverschmutzung, ignorieren jedoch dessen Ursache. Das dritte Szenario bildet das soziale Optimum ab, die Haushalte internalisieren sowohl den Anstieg der Umweltverschmutzung als auch den Zusammenhang zwischen ihrem Vermögen und der Umweltverschmutzung. Untersucht wird dies für die drei Fälle, dass die Umweltverschmutzung proportional, unter- und überproportional mit zunehmenden vermögen steigt. Der Vergleich der drei Szenarien zeigt, dass mit dem Kompensationseffekt als treibende Kraft das Wachstum im zweiten Szenario am höchsten ausfällt, da die Haushalte auf die Umweltverschmutzung mit mehr Konsum reagieren, um den Disnutzen der Umweltverschmutzung abzumildern. Im dritten Szenario fällt das Wachstum hingegen am geringsten aus. Über den Kompensationseffekt haben die Haushalte zwar eine gesteigerte Präferenz für Konsum, sie berücksichtigen aber gleichfalls, dass der Vermögensaufbau für den Konsum eine steigende Umweltverschmutzung zur Folge hat. Dies führt insgesamt dazu, dass die Haushalte zur Schonung der Umwelt auf Wachstum verzichten. Positives Wachstum ist jedoch auch im sozialen Optimum unter der Voraussetzung möglich, dass die mit dem Vermögen einhergehende Umweltverschmutzung hinreichend gering ist. Dies gilt selbst für den Fall, dass die Umweltverschmutzung überproportional mit zunehmenden Vermögen ansteigt. Neben der Erkenntnis, dass Umweltverschmutzung zu einer Reduktion, aber nicht zwangsläufig zu einer Abkehr von Wachstum führen muss, zeigt die Arbeit, dass Anpassung an die Folgen von Umweltverschmutzung und Ursachenbekämpfung zusammen betrieben werden müssen. Eine Fokussierung auf Anpassung führt zu suboptimal hohen Wachstum.
- This thesis studies and compares the growth rates of three scenarios with varying levels of internalisation of pollution, whereby pollution is assumed to be an externality of wealth. Using an endogenous growth model, it is assumed that the cross-derivative of utility between consumption and pollution is positive, which is also referred to as the compensation effect. In the first scenario, no internalisation takes place; households assume the environmental quality to be constant regardless of their behaviour. In the second scenario, households take into account the increase in pollution but ignore its cause. The third scenario represents the social optimum; households internalise both the increase in pollution and the connection between their wealth and pollution. The third scenario analyses the three cases where pollution increases proportionally, under and over proportionally with increasing wealth. A comparison of the three scenarios shows that with the compensation effect as the driving force, growth is highest in the second scenario, as households react to pollution by consuming more in order to mitigate the disutility of pollution. By contrast, growth is lowest in the third scenario. Although households have an increased consumption desire due to the compensation effect, they also take into account that the accumulation of wealth for consumption results in increasing pollution. Overall, this leads households to forego growth in order to protect the environment. However, positive growth is still possible in the social optimum provided that the pollution associated with wealth is sufficiently low. This holds true even in the case that pollution increases over proportionally with increasing wealth. In addition to the realisation that pollution must lead to a reduction, but not necessarily to a rejection of growth, the work shows that adaptation to the consequences of pollution and mitigating the causes must be pursued together. Focusing only on adaptation leads to suboptimal growth.
| Author: | Grischka Nissen |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:gbv:9-opus-114006 |
| Title Additional (English): | A theoretical model of the link between growth and pollution |
| Referee: | Prof. Dr. Susanne Soretz, Prof. Dr. Joscha Beckmann |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2024 |
| Date of first Publication: | 2024/08/12 |
| Granting Institution: | Universität Greifswald, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät |
| Date of final exam: | 2024/07/01 |
| Release Date: | 2024/08/12 |
| Tag: | Endogenes Wachstum; Kompensationseffekt Compensation effect; Endogenes growth |
| GND Keyword: | Nachhaltigkeit; Wachstumstheorie; Umwelt; Umweltverschmutzung |
| Page Number: | 133 |
| Faculties: | Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät / Wirtschaftswissenschaften |
| DDC class: | 300 Sozialwissenschaften / 330 Wirtschaft / 333.7 Natürliche Ressourcen, Energie und Umwelt |
