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Monitoringqualität und Leitlinienadhärenz im Rettungsdienst Vorpommern-Greifswald

  • Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Analyse papierbasierter Rettungsdienstprotokolle des Landkreises Vorpommern-Greifswald aus dem Jahr 2016. Ziel der Arbeit war das Erheben eines Ist-Zustandes der Monitoringqualität bei präklinischen Notfällen, wobei das Dokumentieren von Puls/Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung sowie einer nichtinvasiven Blutdruckmessung als „Basismonitoring“ definiert wurde. Zusätzlich wurden mögliche Einflussfaktoren wie beispielsweise das Patientenalter oder die Transportzeit analysiert. Des Weiteren wurde die Leitlininenadhärenz bei den Diagnosen ACS, COPD, Hypertensive Entgleisung, Apoplex sowie die präklinische Analgesie bei starken Schmerzen untersucht. Bei 2016 noch bestehendem papierbasiertem Dokumentationssystem erfolgte die Digitalisierung der Rettungsdienstprotokolle mittels Microsoft Access. Nach Anwenden differenzierter Ein- sowie Ausschlusskriterien erfolgte die Auswertung der Daten mittels Microsoft Excel. Im Rahmen der Auswertungen zum Thema Monitoringqualität zeigt sich, dass die Quote der Einsätze, bei denen zu Einsatzbeginn und Übergabe ein Basismonitoring dokumentiert wurde, mit 57,43 % hinter den formulierten Erwartungen zurückbleibt. Eine statistisch signifikant niedrigere Dokumentationsquote konnte beobachtet werden bei Einsätzen mit Patienten mit männlichem Geschlecht, Patient*innen unter 14 Jahren, Krankheitsbildern, die nicht der internistischen Fachrichtung zugeordnet werden können, erhöhter Transportzeit, Einsätzen mit dokumentiert niedrigem NACA-Score oder Einsätzen zwischen 23:00:00 und 05:59:59 Uhr. Bei der Betrachtung der Leitlinienadhärenz ausgewählter Tracer Diagnosen konnten Leitlinien Empfehlungen identifiziert werden, welche nicht umgesetzt wurden bzw. deren Umsetzung nicht dokumentiert wurde. Beim ACS sehen wir Optimierungspotential in Bezug auf eine effektive Analgesie und eine suffiziente Sauerstofftherapie. Diese beiden Faktoren erscheinen besonders wichtig vor dem Hintergrund, dass auch außerhalb dieser Tracer Diagnose beide Maßnahmen häufig durchgeführt werden sollten. Gerade die suffiziente Sauerstofftherapie konnten wir im Rahmen der Tracer Diagnose COPD als möglichen Optimierungsfaktor identifizieren. Obwohl unsere Daten eine vermutete zu schnelle bzw. zu starke Blutdrucksenkung in den postulierten 50 % der Fälle einer hypertensiven Entgleisung nicht bestätigen konnten, stellen 20 % der Fälle dennoch einen relevanten Anteil dar und zeigen möglichen Handlungsbedarf auf. Ergebnisse, welche deutlich über unseren Erwartungen lagen, konnten bei Fällen der Verdachtsdiagnose Apoplex gezeigt werden. Hier liegen sowohl die Dokumentationswerte einer Blutzuckermessung als auch die Dokumentation des Symptombeginns über den bisher publizierten Daten. Möglicher Ansatzpunkt zur Verbesserung scheint jedoch auch hier die Therapie hypertensiver Blutdruckwerte bzw. das Unterlassen einer solchen bei nicht indizierten Werten zu sein. Bezüglich der präklinischen Analgesie bei starken Schmerzen zeigt sich in Anbetracht einer effektive Schmerzreduktion in nur 51,83 % der Fälle ein Handlungsbedarf und die Notwendigkeit zur Evaluation von Einflussfaktoren. Unsere Daten deuten darauf hin, dass sowohl die initiale Disponierung als auch die Therapie vor Ort möglicherweise Einfluss auf die effektive Schmerzreduktion haben. Bei der Therapie hervorzuheben ist hier die Wahl einer medikamentösen Therapie, sowie die als NACA dokumentierte Verletzungsschwere. Die vorliegenden Daten zeigen wichtige Aspekte der präklinischen Behandlungsqualität im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf. Die Arbeit identifiziert potenzielle Ansatzpunkte für weitere Forschung und Optimierung, wie die Sensibilisierung des Rettungsdienstpersonals und die Einführung elektronischer Datenerfassung. Unsere Daten betonen den Bedarf an strukturiertem Qualitätsmanagement im Rettungsdienst und bilden eine Grundlage für weitere Forschung.

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Metadaten
Author: Jan Heyne, Alice Kielmann
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-130441
Title Additional (German):Monitoring Quality and Guideline Adherence in the Emergency Medical Services of Vorpommern-Greifswald
Referee:PD Dr.med. Peter Brinkrolf, PD Dr.med. Matthias Napp
Advisor:PD Dr.med. Peter Brinkrolf
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Date of first Publication:2025/03/13
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/01/22
Release Date:2025/03/13
Tag:Leitlinie; Leitlinienadhärenz; Monitoring; Monitoringqualität
Page Number:120
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit