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Analyse von Risikofaktoren für das Auftreten Therapie-assoziierter Komplikationen bei der Drainagetherapie pankreatischer Nekrosen

  • Die akute Pankreatitis ist eine der am häufigsten zu einer Hospitalisierung führenden Erkran-kungen in der Gastroenterologie. Eine häufige und potenziell schwere Komplikation ist das Auftreten von (peri-) pankreatischen Nekrosen, die mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität einhergehen. Kommt es durch den nekrotischen Verhalt bedingt zu Komplikationen wie der Verdrängung von Nachbarorganen oder einer Superinfektion, ist im Regelfall die endoskopische transluminale Drainagetherapie mit Metall- oder Plastikstents indiziert. Die Datenlage zu den Risikofaktoren, die zu unerwünschten Ereignissen (UE) während einer Drainagetherapie führen, ist jedoch bislang noch unzureichend. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden in einer retrospektiven Analyse Risikofaktoren für das Auftreten von UE bei der endoskopischen transluminalen Drainagetherapie von (peri-) pankreatischen Nekrosen ermittelt. Hierfür wurden 89 Patientenfälle aus dem Zeitraum zwischen 2009 und 2019 die an der Universitätsmedizin Greifswald behandelt wurden, hinsichtlich der Therapie- und der Patientencharakteristika untersucht. Patienten bei denen ein UE während der endoskopischen Drainagetherapie der Pankreasnekrosen auftrat, wurden mit einer Kontrollgruppe ohne UE verglichen. Es kam in 58,4 % der Patientenfälle zu einem UE während der endoskopischen Drainagetherapie, hiervon waren allerdings 76,9 % leichte UE in Form von Stentdislokationen, residuellen Läsionen oder Stentobstruktionen. Lediglich ein Todesfall konnte als direktes schweres UE infolge der endoskopischen Drainagetherapie ermittelt werden. Zudem zeigte sich eine signifikant erhöhte Krankenhausverweildauer von im Median 7 Tagen bei Patienten mit UE gegenüber der Kontrollgruppe. Das Vorhandensein einer Superinfektion der Nekrosen und die Grö-ße des Verhalts konnten als die wichtigsten assoziierten Risikofaktoren für das Auftreten von UE während einer endoskopischen Drainagetherapie identifiziert werden. Hinsichtlich der Auswahl von Plastik- oder Metallstents zur Drainage konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Stentsystemen identifiziert werden. Zusammenfassend nimmt die Anwesenheit von Mikroorganismen in der Nekrose wahrscheinlich einen stark nachteiligen Einfluss auf den Verlauf einer endoskopischen Drainagetherapie. Aus diesem Grund sollten präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen und Therapieoptimierungen in Hinsicht auf Nekroseinfektionen im Fokus der endoskopischen Therapie (peri-) pankreatischer Nekrosen stehen. Ob zukünftig auch antimikrobiell beschichtete Stents eine Behandlungsoption in diesem Patientenkollektiv darstellen könnten, muss noch in weiteren Studien untersucht werden.

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Metadaten
Author: Laura Schlesinger
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-131414
Title Additional (English):Analysis of risk factors for the occurrence of therapy-associated complications in drainage therapy of pancreatic necrosis
Referee:PD Dr. med. Fabian Frost, Prof. Dr. med. Jonas Rosendahl
Advisor:PD Dr. med. Fabian Frost
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Date of first Publication:2025/03/11
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/02/28
Release Date:2025/03/11
Tag:Drainagetherapie Pankreasnekrose; LAMS; Metallstent; Pankreasnekrose; Plastikstent; Risikofaktor infizierte Pankreasnekrose; infizierte Pankreasnekrose
GND Keyword:Pankreasnekrose
Page Number:61
Faculties:Universitätsmedizin / Kliniken und Polikliniken für Innere Medizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit