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Klinisch-anatomische Untersuchungen zur Treffgenauigkeit von Injektionen an die Tonsilla pharyngea unter besonderer Berücksichtigung des Geschlechtsdimorphismus – eine biometrische Studie basierend auf der Digitalen Volumentomografie (DVT)

  • Zusammenfassung Die Neuraltherapie nach Huneke kommt als Intervention bei einem Störfeld in der Umgebung der Tonsilla pharyngea zum Einsatz. Trotz einer gut belegten Wirksamkeit dieser Therapie bei verschiedenen Indikationen ist diese Therapie mit Nebenwirkungen und Komplikationen assoziiert, die mit der Therapie in Verbindung gebracht wurden. Eine genaue Positionierung der für die Neuraltherapie verwendeten Kanüle an dem Störfeld ist erforderlich, um eine Injektion in das Foramen magnum zu verhindern und Nebenwirkungen zu vermeiden. Das Ziel der vorliegenden Studie bestand deshalb darin, die Positionierung zweier Kanülen an die Tonsilla pharyngea anhand von Aufnahmen mit Digitaler Volumentomografie (DVT) zu evaluieren und mögliche Risikofaktoren für Komplikationen an dieser Einstichstelle zu identifizieren. DICOM-Datensätze von 80 Probandinnen und Probanden, die an der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Operationen der Universitätsmedizin Greifswald aufgrund von verschiedenen Indikationen angefertigt worden waren, wurden für die Verwendung in der Studie evaluiert. Alle Probandinnen und Probanden waren zum Zeitpunkt der Untersuchung älter als 18 Jahre. 35 Datensätze wurden aus der Untersuchung ausgeschlossen, weil im Untersuchungsgebiet nicht alle für die Messung notwendigen anatomischen Strukturen dargestellt waren, so dass 45 Datensätze final für die Untersuchung verwendet werden konnten. Die DICOM-Datensätze wurden mit dem Digitalen Volumentomografen QR-DVT 9000 (NewTom Verona, Italien) in der Universitätsmedizin Greifswald mit einer Schichtstärke der für die Untersuchung relevanten Sagittalschnitte angefertigt und in den DICOM-Betrachter Horos (v1.1.7; © 2020 Horos Project) importiert. Zur Bestimmung der Kanülenlage wurden die Schädelmasse analysiert und mit den möglichen Einflussfaktoren Geschlecht und Alter korreliert. In der Patientenkohorte konnten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Mittelwerten der Epipharynxmaße festgestellt werden. Jedoch korreliert das Geschlecht signifikant mit der Epipharynxlänge und den folgenden Schädelmaßen: Gesichtshöhe (TFH), unterer Gesichtslänge (GBL), Schädelbasislänge (NBL) und der Strecke Proc. alveolaris Regio 11, 21 – Basion (ABL). Die Messtrecke d, also der Abstand zwischen der Einstichstelle und dem Basion, korrelierte für keine der beiden Kanülen signifikant mit dem Geschlecht. Die Schleimhautdicke k und die Messstrecke d unterschieden sich zwischen beiden Kanülen. Bei Verwendung der abgewinkelten Kanüle war die Strecke d im Mittelwert signifikant länger. Dies spricht dafür, dass die Verwendung einer abgewinkelten Kanüle die Sicherheit der Therapie erhöht. Zudem zeigte sich für beide Kanülen eine signifikante Korrelation zwischen dem Alter und der Messstrecke d sowie zwischen dem Alter und der Schleimhautdicke k an der Einstichstelle. Das Alter wurde als signifikanter Prädiktor, für die Schleimhautdicke k und die Messstrecke d, bei Verwendung beider Kanüle identifiziert. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie deuten darauf hin, dass die Verwendung einer abgewinkelten Kanüle für die Neuraltherapie nach Huneke an der Tonsilla pharyngea das Risiko einer Injektion in das Foramen magnum reduziert. Während die Kanülenlage nicht signifikant durch das Geschlecht des Patienten beeinflusst zu werden scheint, so nehmen sowohl die Strecke zwischen dem Basion und der Einstichstelle als auch die Schleimhautdicke mit dem Alter ab. Die in dieser Studie ermittelten Ergebnisse sind für zukünftige Behandlungen an der Tonsilla pharyngea von Interesse und bestätigen, dass die hier verwendete Methode, bei richtiger Anwendung, sicher ist. Zur erfolgreichen Injektion des Lokalanästhetikums und der Untersuchung des Auftretens von Neuraltherapie-assoziierten Nebenwirkungen lässt sich die von uns entwickelte Methode nutzen und weiterentwickeln.

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Metadaten
Author: Wolfgang Sebastian Leisenberg
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-131810
Title Additional (English):Clinical-anatomical investigations on the accuracy of injections to the tonsilla pharyngea with special consideration of sexual dimorphism – a biometric study based on digital volume tomography (DVT)
Referee:Prof. Dr. Andreas Prescher, Prof. Dr. Thomas Koppe
Advisor:Prof. Dr. Thomas Koppe
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Date of first Publication:2025/04/07
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/01/16
Release Date:2025/04/07
Tag:Tonsilla pharyngea
GND Keyword:Neuraltherapie
Page Number:69
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Anatomie und Zellbiologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit