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Kieferorthopädische Behandlungsplanung unter Berücksichtigung anatomischer Grenzen

  • Ziel dieser Studie war es anhand von 32 Probanden im Alter von neun bis 18 Jahren die kieferorthopädisch bedingten Veränderungen des Retromolarraumes des Ober-kiefers (6-PTV), der interkaninen Distanz und des H-Winkels zu ermitteln und statis-tisch näher zu analysieren. Darüber hinaus wurden die Messungen hinsichtlich der therapeutischen Effekte ausgewertet. Zentrale Fragen dieser Studie waren außer-dem die Anwendbarkeit und die Umsetzbarkeit der vorliegenden Referenzwerte. Hierfür wurden 64 laterale Fernröntgenseitenbilder und 64 digitalisierte Modelle vor und nach der kieferorthopädischen Behandlung in der Software OnyxCeph3TM (Image Instruments GmbH, Chemnitz) vermessen. Zunächst konnte anhand der Bland-Altman-Analyse und des Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC) festgestellt werden, dass eine große Messgenauigkeit seitens des Untersuchers gegeben war (ICC >0,9). Die Auswertung der Varianzana-lyse (ANOVA) wies statistisch signifikante Unterschiede für den H-Winkel und für 6-PTV auf (p=0,000*). Die Untersuchung der interkaninen Distanz zeigte dagegen sta-tistisch nicht signifikante Unterschiede (p=0,245). Der prätherapeutische H-Winkel betrug durchschnittlich 12,41°, während bei den posttherapeutischen Messungen eine Verkleinerung auf 8,88° festzustellen war. Hinsichtlich der Abmessungen von 6-PTV konnte eine Vergrößerung des Retromolarraums (T0: 15,53 mm, T1: 20,21 mm) sowie eine Zunahme der interkaninen Distanz (T0: 26,5 mm, T1: 26,97 mm) nachweislich konstatiert werden. Es lässt sich vermuten, dass die Vergrößerung des Retromolarraums auf die Mesi-alwanderung bzw. Mesialkippung der Oberkieferseitenzähne durch Verankerungsver-lust zurückzuführen ist, jedoch höchst unwahrscheinlich durch Restwachstum des Oberkiefers bedingt sein könnte. An dieser Stelle wären weiterführende Untersu-chungen unter Einbeziehung von dreidimensionalen Röntgenaufnahmen von großer Bedeutung, um genauen Aufschluss über die therapeutische Wirkungsweise auf den Retromolarraum zu geben. In Bezug auf die kieferorthopädisch induzierte Verkleinerung des H-Winkels kann gesagt werden, dass die Aufrichtung und Achsenkorrektur der Frontzähne sowie das sagittale Unterkieferwachstum maßgeblich für die Profilästhetik sind. Darüber hinaus beeinflusst eine orthodontisch induzierte Veränderung der Frontzahnstellung grund-legend auch das Lippenprofil. Die Feststellung über die, wenn auch nur im geringfügigen Umfang, durch die kiefer-orthopädische Behandlung hervorgerufene Vergrößerung der interkaninen Distanz (+0,47 mm) wirft die Frage nach der Langzeitstabilität auf. Um diesen Aspekt näher zu beleuchten, sind weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen dringend not-wendig. Alles in Allem konnte gezeigt werden, dass der Berücksichtigung biologischer Gren-zen zur Planung und Ausführung einer erfolgreichen kieferorthopädischen Behand-lung eine große Relevanz zuzuschreiben ist und zukünftig Referenzwerte zum Zwe-cke der akkuraten, individuellen und effizienzsteigernden 3D VTO-Planung eine übergeordnete Rolle spielen werden.

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Metadaten
Author: Niki Nikoleta Tabancis
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-131932
Title Additional (German):Orthodontic treatment planning with consideration of anatomical boundaries.
Referee:Prof. Dr. Karl-Friedrich Krey, Prof. Dr. Dr. Bernd Lapatki, Prof. Dr. Ralf J. Radlanski
Advisor:Prof. Dr. Karl-Friedrich Krey
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Date of first Publication:2025/04/16
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2024/02/14
Release Date:2025/04/16
Tag:anatomische Grenze
GND Keyword:Orthodontie
Page Number:50
Faculties:Universitätsmedizin / Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit