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Langzeitergebnisse nach freier, vaskularisierter Fibulatransplantation im Unfallkrankenhaus Berlin und in der Universitätsmedizin Greifswald unter Berücksichtigung MRT-gestützter Diagnostik

  • Bezüglich der muskuloskelettalen Funktionalität scheint die autologe Transplantation einer freien, vaskularisierten Fibula an der oberen Extremität im Langzeitergebnis nur einen minimalen negativen subjektiven Funktionsunterschied (DASH) gegenüber der Normpopulation zu bewirken. Patienten mit indikationsstellender präoperativer Infektsituation erzielten weder ein grundsätzlich schlechteres postoperatives motorisches Outcome gegenüber der präoperativ infektfreien Patientengruppe noch konnte eine signifikante Erhöhung des postoperativen Komplikationsrisikos (insbesondere für wiederholte Infekte) dokumentiert werden. Es zeigte sich einschränkend in der objektiven motorischen Bewertung patientenübergreifend ein reduziertes Bewegungsausmaß der Pro- und Supination bei verbliebener reduzierter Faustschlusskraft gemessen an der nicht-operieren Gegenseite. Im Gegensatz zu anderen vorliegenden Arbeiten wurde im vorgestellten Patientenkollektiv eine vollständige Abwesenheit postoperativer Komplikationen im Spendergebiet erzielt, wobei die Komplikationsrate im Empfängergebiet deutlich über den in der Literatur publizierten Ergebnissen lag. Hinsichtlich einer besseren künftigen Vergleichbarkeit ist hier die Entwicklung eines für diesen Eingriff spezifischen Klassifizierungsschemas nach Fallschwere zu fordern. Zu betonen ist das völlige Ausbleiben von Transplantatermüdungsfrakturen in der vorliegenden Studiengruppe. Eine Schmerzbehaftung betraf ausschließlich das Empfängergebiet bei Belastung. Bei Betrachtung der subjektiven Lebensqualität (SF-36) zeigte sich auf physischer Ebene nur mäßig gegenüber dem korrigierten bundesdeutschen Durchschnitt reduziert. Das Vorliegen postoperativer Komplikationen nahm hierbei weder auf die physische noch auf die psychische Lebensqualität zusätzlich negativen Einfluss. Klinisch hervorzuheben ist eine statistisch signifikante Erhöhung des postoperativen Infektionsrisikos bei Verwendung von Spalthaut an der Empfängerregion bedingt durch eine Wundflächenvergrößerung. Diesem Aspekt sollte in der postoperativen Nachsorge nach freier, vaskularisierter Fibulatransplantation verstärkte Aufmerksamkeit zukommen. Im Hinblick auf die radiologischen Ergebnisse konnte im Literaturvergleich eine deutlich reduzierte röntgenologisch gesicherte Konsolidierungsrate der Fibulatransplantate festgestellt werden. Weder die Anzahl der Voroperationen, das Patientenalter zum Operationszeitpunkt noch eine präoperativ vorliegende Infektsituation zeigte sich hierbei als prognostisch ausschlaggebender Faktor auf die ausbleibende Knocheneinheilung. Die Hypertrophierate zeigte sich für die obere Extremität wie anhand der Literatur zu erwarten gegen null tendierend. Besonderen Stellenwert nimmt die in dieser Arbeit gezeigte erstmalige Übertragung des Bone-Healing-Scores (Machbarkeit) auf die Magnetresonanztomographie als bildgebendes Verfahren ein. Dabei konnte belegt werden, dass der mediane BHS-Gesamtscore mit den motorisch-funktionellen Ergebnissen (DASH, MSTS-Enneking) korreliert. Bei Anwendung des modifizierten Weiland-Scores konnten gegenüber dem konventionellen Schema höhere Werte als Ausdruck eines besseren Transplantatzustandes erreicht werden. Da die radiologische Bewertung von MR-angiographischen Aufnahmen mit einem hohen fachlichen Anspruch verbunden ist, wurde mit der vorliegenden Arbeit zur erleichterten klinischen Einschätzung ein Schema mit an die Hand gegeben, welches die Kriterien Kortikalisdurchgängigkeit, ossäre Durchbauung proximal und distal, Fettsignal im Markraum proximal und distal, Gefäßstieldurchgängigkeit arteriell und venös sowie das Auftreten eines möglichen paraossalen Flüssigkeitssignals bewertet. Hier sind weitere Anwendungsstudien hinsichtlich eines Ergebnis- und Sensitivitätsvergleichs sowie einer möglichen differenzierten Kriteriengewichtung indiziert. Eine Unterscheidung der Hypertrophieformen periostal vs. endostal konnte anhand von MR-Bildgebung nicht gezeigt werden. Die anastomosierten Gefäße präsentierten sich mit einer 100%igen Durchgängigkeit aller untersuchten Gefäßstiele. Obwohl aufgrund der ausnahmslosen Durchgängigkeit keine differenzierten Rückschlüsse zwischen Vitalitätserhalt und Spätkomplikationen wie Transplantatfraktur, persistierende Osteomyelitis oder Pseudarthrose zu ziehen war, konnte in der vorliegenden Arbeit der langfristige Vitalitätserhalt bei Anastomosendurchgängigkeit erstmals MR-angiographisch gezeigt werden.

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Metadaten
Author: Lisa Eckstein
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-132620
Title Additional (German):Autogenous Free Vascularized Fibular Transplantation At the Upper Limb -Methods and Possibilities of Angio-MRI-Based Postoperative Evaluation
Referee:Prof. Dr. med. Andreas Eisenschenk, Prof. Dr. med. Martin Langer
Advisor:Dr. med. Simon Kim, Dr. med. Ariane Asmus
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2020
Date of first Publication:2025/05/05
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/04/01
Release Date:2025/05/05
Tag:Fibulatransplantation
GND Keyword:Fibulatransplatantation
Page Number:159
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit