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Präklinische Notfall-Versorgung in Deutschland -Entwicklungen, Herausforderungen und Strategien für eine nachhaltige Versorgungssicherheit-
- Die präklinische Notfall-Versorgung nimmt in Deutschland einen zentralen Stellenwert in der Gesundheitsversorgung ein. Im Rahmen der Arbeit werden einerseits die Entwicklungen der Vergangenheit analysiert, andererseits aber auch die Herausforderungen, die auf die präklinische Notfallversorgung in Zukunft zukommen, betrachtet. Auf Basis dieser Analysen besteht das Ziel der Arbeit darin, Strategien für eine nachhaltige, flächendeckende und zukunftssichere Versorgungssicherheit in verschiedenen Regionen in Deutschland zu erarbeiten. Die Rahmenbedingungen inklusive u. a. der rechtlichen Grundlagen, der Organisation und Einbettung des Rettungsdienstes in die präklinische Notfallversorgung, sowie die Finanzierung und das Wirtschaftlichkeitsprinzip sind Faktoren, die in der Bereitstellung des Rettungsdienstes zu berücksichtigen sind. Daneben wird der Rettungsdienst durch Entwicklungen von außerhalb beeinflusst. Auf der einen Seite steht die im Laufe der Jahre angestiegene Nachfrage nach der Leistung Rettungsdienst. Diese lässt sich auf eine Vielzahl von Veränderungen, die den Rettungs-dienst betreffen, wie u.a. dem medizinischen Fortschritt, dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Konsequenzen, den Veränderungen in der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung, sowie dem veränderten Inanspruchnahmeverhalten durch die Bevölkerung zurückführen. Diese Rahmenbedingungen, sowie weitere beeinflussende Faktoren werden im ersten Teil der Arbeit ausführlich auf Basis von Literaturanalysen betrachtet. Anschließend er-folgt, um die Versorgung des Rettungsdienstes tiefgründiger zu verstehen, eine Vorstellung der vorhandenen präklinischen Versorgungsmöglichkeiten mit detaillierter Betrachtung der einzelnen Rettungsmittel. Zudem erfolgt eine Ist-Status-Analyse der präklinischen Versorgungsmöglichkeiten mit ihren Chancen und Risiken im Allgemeinen und Speziellen. In diesem Zusammenhang wird außerdem auf ergänzende Rettungsmittel und First-Responder-Konzepte zum Herztod eingegangen. Inwieweit sich die aus der Literaturanalyse gewonnenen Ergebnisse in der Praxis anhand von veränderter Einsatznachfrage und veränderten Einsatzzeiten, sowie anhand weiterer ausgewählter Einsatzparameter widerspiegeln, wird im zweiten Teil der Arbeit empirisch untersucht. Dafür stehen 16 Einsatz-Datensätze von realen Leitstellen aus verschiedenen Kommunen in Deutschland überwiegend über einen Zeitraum von zehn Jahren zur Verfügung. Diese Daten werden aufgeteilt nach den drei Regionsgrundtypen einzeln vor dem Hintergrund der in der Literaturanalyse gewonnenen Ergebnisse im ersten Schritt deskriptiv für verschiedene Einsatzparameter und Zeitintervalle untersucht. Erweiternd dazu ist eine Umfrage unter Rettungsdienstfachpersonal durchgeführt worden, aus welcher die gewichteten Nutzwerte auf Basis von der Bewertung verschiedener Kriterien für die einzelnen primären Rettungsdienstmittel und der Ergänzungen für jeden Regionsgrundtyp einzeln gewonnen worden sind. Zudem sind die Nutzwerte für verschiedene First-Responder-Konzepte beim plötzlichen Herztod gewonnen worden. Dieses er-folgte analog der Analyse der realen Einsatzdaten für die drei unterschiedlichen Regionsgrundtypen. Diese Daten sind einerseits erneut deskriptiv, andererseits inferenzstatistisch mit Hilfe von verschiedenen Signifikanztests ausgewertet worden. U. a. im Hinblick auf regionale Unterschiede, aber auch im Hinblick auf Unterschiede zwischen den Rettungs-mitteln bzw. Teilkonzepten beim plötzlichen Herztod. Im Ergebnis zeigt sich eine historisch gewachsene und systembedingte Entwicklung der präklinischen Versorgung. Im Laufe der Zeit hat sich die präklinische Versorgung einerseits hinsichtlich des Einsatzspektrums und verschiedener Rahmenbedingungen verändert. Andererseits hat die Einsatznachfrage in vielen Regionen zugenommen und verschiedene Zeitintervalle, wie z. B. die Zeitdauer von der Alarmierung bis zum Erreichen des Einsatzortes, haben sich über den Betrachtungszeitraum in den einzelnen Regionen im unterschiedlichen Ausmaß überwiegend verlängert, sodass auch mehr Fahrzeug bereitzustellen sind. Weiterhin wird im Rahmen der Arbeit gezeigt, dass das NEF in allen Regionsgrundtypen mit dem höchsten Nutzwert bedacht worden ist, gefolgt vom RTW und RTH. Auf Basis dieser Ergebnisse gilt es schlussendlich, die präklinischen Notfallversorgung zukunftssicher zu gestalten. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse wird deutlich, dass dieses potentiell eine Herausforderung sein wird. Da die Nachfrage über den Zeitverlauf in vielen Regionen zugenommen hat, dass Angebot jedoch zum einen nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und zum anderen nicht vorproduziert werden kann, gilt es u. a. die Nachfrage zu steuern. Es muss in Zukunft u. a. verhindert werden, dass der Rettungs-dienst unberechtigt in Anspruch genommen wird und der Bürger muss Wissen darüber erlangen, wann der Rettungsdienst zu alarmieren ist und wann andere Versorgungssäulen in Anspruch genommen werden. Zeitgleich müssen die präklinischen Berufsbilder attraktiv genug erscheinen, damit in Zeiten des Fachkräftemangels der Rettungsdienst überhaupt in ausreichendem Maße aufrechterhalten werden kann, um die notwendige präklinische Versorgung sicherzustellen.
| Author: | Sonja Tiemeier |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:gbv:9-opus-132883 |
| Title Additional (German): | Preclinical emergency care in Germany - Developments, challenges and strategies for sustainable security of supply- |
| Referee: | Prof. Dr. rer. pol Steffen Fleßa, Prof. Dr. med Clemens Kill |
| Advisor: | Prof. Dr. rer. pol Steffen Fleßa |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2025 |
| Date of first Publication: | 2025/05/16 |
| Granting Institution: | Universität Greifswald, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät |
| Date of final exam: | 2025/04/07 |
| Release Date: | 2025/05/16 |
| Tag: | Notfallversorgung; Präklinik; Versorgungssicherheit |
| GND Keyword: | Rettungsdienst |
| Page Number: | 616 |
| Faculties: | Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät / Wirtschaftswissenschaften |
| DDC class: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit |
