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Haltbarkeit von Füllungen und konfektionierten Stahlkronen an Milchmolaren über einen Zeitraum von 7 Jahren
- Das Ziel dieser Studie ist es, die Nutzung und die Reinterventionsrate von Füllungen im Vergleich zu konfektionierten Stahlkronen für die Versorgung von (kariösen) Milchmolaren in der täglichen klinischen Praxis in Deutschland tätiger Zahnärzte zu evaluieren. In dieser retrospektiven, longitudinalen Analyse wurden Gebührenziffern der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für Restaurationen, die zwischen 2012 und 2015 in Milchmolaren von Kindern bis zum Alter von 7 Jahren vorgenommen und über einen Zeitraum von 7 Jahren (spätestens bis Dezember 2022) verfolgt wurden, gefiltert und analysiert. Hierfür wurde die Fine-and-Gray competing risks Regression und die Cox-Proportional-Hazard-Regressionsanalyse verwendet. Das Risiko der Reintervention, wurde aufgeteilt in die Hauptergebnisse „Erfolgreich“, „Minor Event“ (Reparatur) und „Major Event“ (Endodontische Behandlung/Extraktion), und mit der oben genannten Analyse berechnet. 367.139 Milchmolaren (einflächige Füllungen: n = 117.721; zweiflächige Füllungen n = 198.815; dreiflächige Füllungen n = 36.695; mehr als dreiflächige Füllungen n = 8.267 und vorgeformte Metallkronen n = 5.641) wurden in diese Studie eingeschlossen. Milchmolaren, die mit konfektionierten Stahlkronen behandelt wurden, benötigten signifikant weniger Reinterventionen. Die Subdistribution Hazard Ratio für Minor Events betrug SHR = 0,117 (95 % CI: 0,097 bis 0,141) und die Hazard Ratio für Major Events HR = 0,786 (95 % CI: 0,695 bis 0,890) im Vergleich zu einflächigen Füllungen in multivariabler adjustierter Analyse. Im 7-Jahres-Follow-up benötigten konfektionierte Stahlkronen weniger Reparaturen (80,6 % Erfolgsrate, Minor Event 4,4 %, Major Event 16,3 %) als die mit Füllungen behandelten Zähne (46,2 % - 52,6 % Erfolgsrate, Minor Event 27,0 % - 39,5 %, Major Event 15,5 % - 28,4 %, p < 0,001). Innerhalb des deutschen Gesundheitssystems sind Füllungen bislang trotz deutlich höherer Reinterventionsraten die erste Wahl zur Behandlung von Milchmolaren. Dies ermutigt zu einer Diskussion über die Indikation von Füllungen und der gesteigerten Nutzung von konfektionierten Stahlkronen, um unnötige Reinterventionen bei jungen Kindern deutlich zu reduzieren.
| Author: | Linus Andreas PötterORCiD |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:gbv:9-opus-135360 |
| Title Additional (English): | Performance of restorations in primary molars over a seven-year period |
| Referee: | Prof. Dr. Christian Splieth, Prof. Dr. Katrin Bekes |
| Advisor: | Prof. Dr Christian Splieth |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2025 |
| Date of first Publication: | 2025/07/16 |
| Granting Institution: | Universität Greifswald, Universitätsmedizin |
| Date of final exam: | 2025/07/15 |
| Release Date: | 2025/07/16 |
| GND Keyword: | Kinderzahnheilkunde |
| Faculties: | Universitätsmedizin / Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde |
| DDC class: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit |
