Volltext-Downloads (blau) und Frontdoor-Views (grau)

Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-opus-137646

Beeinflussung der Lebensqualität nach einem Schlaganfall: Die Rolle von Resilienz

  • Körperliche Behinderung und Abhängigkeit nach einem Schlaganfall stellen schwerwiegende Lebenseinschnitte für die Überlebenden dar, welche mit einer großen emotionalen Belastung einhergehen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Es wird vermutet, dass die Resilienz als psychische Widerstandsfähigkeit einen positiven Einfluss auf den Grad der Anpassung an eine Krankheit und deren Auswirkungen hat, was sich maßgeblich in der Genesung und dem subjektiven Wohlbefinden nach einem Schlaganfall widerspiegeln kann. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) innerhalb des ersten Jahres nach einem Schlaganfall zu untersuchen und den Zusammenhang zwischen Resilienz und dem Verlauf der Lebensqualität zu betrachten. Darüber hinaus soll überprüft werden, welche Kovariaten besonders relevant bei der Vorhersage der Lebensqualität nach einem Schlaganfall sind. Die Untersuchung der Fragestellung erfolgte mit einem Teildatensatz (N=100) der NeuroAdapt-Studie, einer zum Zeitpunkt der Analysen fortlaufenden, longitudinalen Pilotstudie der Abteilung für Präventionsforschung und Sozialmedizin des Instituts für Community Medicine und der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Greifswald. Die primäre Zielgröße HRQoL wurde mit dem EQ-5D-5L gemessen. Durch die strengen Einschlusskriterien der NeuroAdapt-Studie ergab sich eine Stichprobe mit nur moderaten Beeinträchtigungen, die unmittelbar nach dem Schlaganfall bereits hohe Werte im EQ-5D-5L aufwies. Aufgrund der stark linksschiefen Verteilung wurde die Beta-Regression zur Modellierung dieses „bounded response“ verwendet. Dabei wurden die Einflüsse der Variablen Alter, Geschlecht, Pro-Kopf-Einkommen, Bildungsabschluss und Wohnsituation der Patienten kontrolliert. Für die meisten Patienten konnte eine bedeutende Verbesserung der HRQoL nach einem Schlaganfall beobachtet werden, insbesondere innerhalb der ersten 6 Wochen nach dem Ereignis. Patienten, die direkt nach dem Schlaganfall eine höhere Lebensqualität aufwiesen, hatten insgesamt eine günstigere Prognose für eine Verbesserung ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität im weiteren Verlauf. Die vorliegende Studie zeigte einen positiven Zusammenhang zwischen der Resilienz und dem Verlauf der Lebensqualität von Schlaganfallpatienten, jedoch ist der beobachtete Effekt schwach ausgeprägt und in der untersuchten Studienpopulation von geringer Bedeutung. In einem Subsample, welches nur Patienten der unteren 80-Perzentile des EQ-Index beinhaltete, führte die Resilienz als Prädiktor dagegen zu einer signifikanten Modellverbesserung, was höhere Effekte der Resilienz bei stärker betroffenen Schlaganfallpatienten mit geringerer Lebensqualität impliziert. Alle kontrollierten Kovariablen zeigten einen Einfluss auf die Vorhersage der HRQoL nach einem Schlaganfall, wobei insbesondere die negativen Effekte eines höheren Alters sowie des weiblichen Geschlechts als klinisch relevant zu bewerten sind. Für die positiven Effekte eines höheren Bildungsabschlusses sowie Einkommens verfügt die untersuchte Studienstichprobe nicht über die nötige Power, um diese mit hinreichender Sicherheit zu bestätigen. Eine weitere Sensitivitätsanalyse, die Patienten mit negativen Verläufen der HRQoL untersuchte, zeigte ebenfalls eine starke Assoziation zwischen dem weiblichen Geschlecht und einer Verschlechterung der Lebensqualität nach einem Schlaganfall. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen Resilienz und Lebensqualität von Schlaganfallpatienten im deutschsprachigen Raum und erweitert damit die bestehende Resilienzforschung. Dennoch sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Validität der Ergebnisse angesichts von Limitationen in der Methodik und im Studiendesign sowie der Selektivität der Stichprobe zu überprüfen.

Download full text files

Export metadata

Additional Services

Search Google Scholar
Metadaten
Author:Dr. med. Paula Wundersee
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-137646
Title Additional (German):Influences on quality of life after a stroke: the role of resilience
Referee:Prof. Dr. Susanne Wurm, Prof. Dr. Christine Heim
Advisor:Prof. Dr. Susanne Wurm, Dr. Adrian Richter
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2024
Date of first Publication:2025/09/23
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/09/09
Release Date:2025/09/23
Tag:EQ-5D-5L; HRQoL; RS-13; Resilienz; Schlaganfall; gesundheitsbezogene Lebensqualität
Stroke; health-related quality of life; resilience
GND Keyword:Schlaganfall; Stroke; Resilienz; resilience; gesundheitsbezogene Lebensqualität; health-related quality of life; HRQoL; Greifswald
Page Number:108
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Community Medicine
Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Neurologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit