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Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität im Kontext kieferorthopädischer Behandlungen

  • Die vorliegende multizentrische klinische Querschnittsstudie thematisiert die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität in der Kieferorthopädie von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10–17 Jahren, anhand des COHIP-SF19 und angepassten OHIP-G5. Die Fragebögen sind validierte und international verwendete Instrumente zur Erfassung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität. Durch die breite Altersspanne der Kinder und Jugendlichen war es möglich die 2. Wechselgebissphase bis zur permanenten Dentition zu beleuchten. In dieser Altersspanne beginnt, unter Berücksichtigung der gesetzlich Versicherten, im Sinne des § 29, SGB V (§ 29, SGB V, 1988), die kieferorthopädische Therapie im Regelfall. Die Korrelationsanalyse diente zum Vergleich beider Fragebögen in ihrer Gesamtheit und bezüglich ihrer Subdomänen. Überdies bestand die Intention darin, den OHIP-G5, der bereits zuvor als „off-label“ für Kinder und Jugendliche unter sechzehn Jahren in zahlreichen Studien verwendet wurde, im Falle einer Korrelation, zukünftig in die kieferorthopädische Praxis zu integrieren. Zudem wurde untersucht, ob die Parameter wie das Alter, das Geschlecht, die Dentition, der Behandlungsort, der Behandlungszeitpunkt, der Zahnfehlstellungsschweregrad oder die Untergruppen der KIG-Klassifikation einen Einfluss auf den COHIP-SF19 oder den OHIP-G5 haben. Ein besonderer Fokus lag hierbei in der Untersuchung, ob Unterschiede bezüglich kieferorthopädischer Praxen und der Universitätszahnklinik bestehen. In der Literatur konnte eine diesbezügliche Untersuchung bisher noch nicht gefunden werden. Die Kinder und Jugendlichen füllten die Fragebögen (COHIP-SF19 und OHIP-G5) selbstständig in den Praxen oder der Universitätszahnklinik aus. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, im Falle eines Zeitmangels innerhalb der Einrichtung, den Fragebogen zuhause auszufüllen. Des Weiteren wurden die Kinder und Jugendlichen durch den jeweiligen Behandler in der Einrichtung, anhand eines modifizierten Untersuchungsbogen nach EFAFU, befundet. Der umfangreiche Untersuchungsbogen diente zur Integration möglichst vieler Zahnfehlstellungen. Zur Erhebung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden die Summenscores beider Fragebögen ermittelt. Mittel-, Minimal- und Maximalwerte, sowie die Streuung wurden für beide Fragebögen und das Alter berechnet. Darüber hinaus wurden prozentuale Häufigkeiten für die Antworten der Fragebögen, sowie für die zu untersuchenden Parameter ermittelt. Die Zusammenhänge der kontinuierlich normalverteilten Parameter wurden mittels t-Tests ermittelt. Für die kontinuierlichen nicht normalverteilten Parameter wurden Kruskal-Wallis-Tests durchgeführt. Der Chi²-Test nach Pearson diente zur Überprüfung der Zusammenhänge der kategoriellen Parameter. Die Parameter, die einen signifikanten Zusammenhang in den oben genannten Tests zeigten, wurden durch lineare multivariate Regressionsmodelle, welche durch potenzielle Confounder adjustiert wurden, nochmalig auf Zusammenhänge überprüft. Insgesamt wurden 224 Studienteilnehmende untersucht. Davon waren 56 % weiblichen und 44 % männlichen Geschlechts. In der permanenten Dentition waren 74,11 % und in der 2. Wechselgebissphase lediglich 25,89 %. Insgesamt befanden sich 63,39 % in Behandlung der Universitätszahnklinik in Greifswald. In der Praxis von Dr. Müller in Greifswald befanden sich 29,64 % und in der Praxis von Dr. Eigenwillig in Brandenburg 7,14 %. Die meisten Probanden befanden sich mit 63,84 % in aktueller kieferorthopädischer Therapie. Der kieferorthopädische Versorgungsbedarf lag bei 56,70 %. Am häufigsten wiesen die untersuchten Probanden Zahnfehlstellungen in den KIG S mit Durchbruchsstörungen von 22,77 %, gefolgt vom Engstand in der Front mit 14,29 %, der sagittalen Stufe distal mit 13,39 % und dem Platzmangel von 12,95 % auf. Die Schmerzprävalenzen manifestierten sich als sehr gering. Eine unphysiologische Mundatmung konnte bei 4,91 % und eine habituelle Mundöffnung von 10,27 % der Probanden festgestellt werden. Zudem manifestierte sich eine subjektiv hohe mundgesundheitsbezogene Lebensqualität anhand der Gesamtsummenscores beider Fragebögen. Die Ergebnisse der Korrelationsanalyse zeigten einen starken Zusammenhang der Gesamtsummenscores beider Fragebögen. Gleichzeitig korrelierte die social-emotional well-being Subdomäne und das Aussehen am stärksten mit dem COHIP-SF19 und dem OHIP-G5. In der folgenden adjustierten multivariaten Regressionsanalyse konnte lediglich ein signifikanter Zusammenhang der KIG M auf den COHIP-SF19 und der KIG T auf den OHIP-G5 bestätigt werden. Alle anderen Zusammenhänge erwiesen sich als nicht stabil und entfielen, wenn andere kieferorthopädische Kofaktoren mit einbezogen wurden. Demnach lag kein Unterschied zwischen den kieferorthopädischen Praxen und der Universitätszahnklinik vor. Für Lücken in der Front sowie im Seitenzahnbereich konnte ebenfalls kein signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden. Anhand der Ergebnisse der vorliegenden Studie, im Vergleich zu den einerseits kongruenten, andererseits abweichenden Ergebnissen anderer Studien, spiegelt sich der komplexe Begriff der Lebensqualität mit seiner Multidimensionalität und seinem individuellen Charakter wider. Hinsichtlich einer patientenorientierten Zahnmedizin und kieferorthopädischen Behandlung liefern die Ergebnisse daher einen wertvollen Überblick und Grundlagen für weitere Untersuchungen.

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Metadaten
Author: Michaela Santos
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-138028
Title Additional (English):Oral health-related quality of life in the context of orthodontic treatment
Referee:Prof. Dr. med. dent. Karl-Friedrich Krey, Prof. Dr. med. dent. Theodosia Bartzela
Advisor:Prof. Dr. med. dent. Karl-Friedrich Krey
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/09/29
Release Date:2025/10/06
Tag:Mundgesundheit
Child oral health impact profile; Oral health impact profile
GND Keyword:Lebensqualität; Kieferorthopädie
Page Number:124
Faculties:Universitätsmedizin / Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit