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Die Myeloperoxidase in Neutrophilen Granulozyten nach Schlaganfall

  • Im Rahmen eines Schlaganfalls kommt es zu diversen Veränderungen des angeborenen und des erworbenen Immunsystems. Nachfolgend treten gehäuft Infektionen auf, die die Mortalität erhöhen und das neurologische Outcome verschlechtern. Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzentration der Myeloperoxidase in Neutrophilen Granulozyten und Monozyten nach einem Schlaganfall am Tag des Ereignisses sowie den darauffolgenden Tagen 1, 3 und 5. Dieses Enzym spielt vor allem in Neutrophilen Granulozyten eine wichtige Rolle bei der Produktion radikaler Sauerstoffspezies und der Synthese von Neutrophil Extracellular Traps. Es wurden 20 Schlaganfallpatienten und 14 gesunde Probanden als Kontrolle untersucht. Methodisch wurde MPO nach Antikörper-Bindung durchflusszytometrisch gemessen. Es zeigt sich eine signifikante Suppression der MPO in Granulozyten an Tag 1. Eine signifikante Korrelation zwischen verminderter MPO und erhöhter Infektionsrate konnte in dieser Arbeit nicht gezeigt werden. Zeitlich korrelieren die Ergebnisse mit der durch unsere Arbeitsgruppe beschriebenen Verminderung der NETose, sodass möglicherweise ein kausaler Zusammenhang besteht. MPO scheint weiterhin in der Pathophysiologie der Arteriosklerose von Relevanz zu sein, die ihrerseits eine der häufigsten Ursachen eines Schlaganfalls ist. An den Tagen 0, 3 und 5 zeigt sich kein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe, sodass Schlaganfallpatienten keine dauerhaft erhöhten MPO-Konzentrationen aufzuweisen scheinen. In einer Subgruppenanalyse ließ sich an Tag 1 eine signifikante indirekt proportionale Korrelation zwischen Alter und MPO in Granulozyten und Monozyten nachweisen. In der Kontrollgruppe zeigte sich ein entsprechender Trend, die anderen Tage blieben unauffällig. Bezüglich des Geschlechts zeigte sich in beiden Zellpopulationen ein signifikanter Unterschied in der Kontrollgruppe mit niedrigeren MPO-Konzentrationen bei Frauen, bei jedoch parallel auch signifikant höherem Alter. In Monozyten war weiterhin ein direkt proportionaler Zusammenhang von MPO und NIH-SS an Tag 0 nachweisbar. Keine signifikante Korrelation ließ sich in weiteren Subgruppenanalysen nach Geschlecht in der Patientengruppe und NIH-SS an Tag 1, 3 und 5 nachweisen. Die Ursache und molekularen Mechanismen der MPO-Suppression bleiben ebenso wie ihre klinische Relevanz unklar. Jedoch passen die Ergebnisse gut zu bisherigen Beobachtungen des adaptiven Immunsystems, die eine komplexe Immunsuppression abbilden. Damit tragen sie möglichweise zur klinisch erhöhten Infektionsanfälligkeit bei. Eine wesentliche Einschränkung der vorgelegten Untersuchung stellt die geringe Gruppengröße dar, welche bei der SAI+ Patientenkohorte lediglich bei N = 6 liegt. Weiterhin wird in der vorliegenden Arbeit der Versuch einer Methodenetablierung zur Messung von Autophagie in Granulozyten mittels Durchflusszytometrie, was jedoch frustran blieb.

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Metadaten
Author: Georg Laage
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-141069
Title Additional (German):The Myeloperoxidase in Neutrophil Granulocytes after stroke
Referee:Prof. Dr. med. Alexander Dressel, Prof. Dr. med. Arthur Liesz
Advisor:Prof. Dr. med. Alexander Dressel
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2025
Date of first Publication:2025/12/09
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/11/28
Release Date:2025/12/09
GND Keyword:Schlaganfall; Immunsuppression; Granulozyt
Page Number:48
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Neurologie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit