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Die Rolle von ADC-Sequencen als MRT-Biomarker zur Diagnosestellung und Identifizierung von symptomatischen Pinealiszysten

  • In einer retrospektiven Datenerhebung von ADC Werten verglichen wir die routinediagnostische MRT-Bildgebung von 45 Patienten mit klinisch und histopathologisch gesicherter Diagnose einer symptomatischen Pinealiszyste mit denen von 51 Patienten ohne symptomatische Pinealiszyste aber anderen cerebralen Erkrankungen, die keinen Einfluss auf das venöse und das Ventrikelsystem des Gehirns haben. Damit versuchten wir die Theorie eines venösen Abflusshindernis der internen zerebralen Venen im Zuge der raumfordernden Wirkung einer solchen Zyste als Ursache für die Pathogenese verschiedener neurologischer Beschwerden, in deren Vordergrund stärkste Kopfschmerzen stehen, zu untermauern. Als indirektes Zeichen hierfür sollten, so beschrieben Eide und Ringstad (1-3), eine erhöhtes ADC Signal in der periventrikulären, der subkortikalen weißen Substanz, oder im Thalamus als Hinweis auf ein Diffusionsdefizit dienen. Unsere Daten konnten dies nicht bestätigen. Zwischen den Patientengruppen wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden (p = 0,120 – 0,968) und auch keine Korrelation zwischen Größe der Zyste und scheinbarem Diffusionskoeffizienten (p = 0,265 – 0,746). Postoperativ gab es keine signifikanten Veränderungen des Signals verglichen mit den präoperativen Aufnahmen (p = 0,575 – 0,856). In einer weiterführenden Rohdaten- und Subgruppenanalyse konnten keine wesentlichen Covariablen identifiziert und das Fehlen signifikanter Unterschiede bestätigt werden. Lediglich eine Tendenz zur Lateralisierung mit einem rechtshemispheriell in beiden Gruppen signifikant erhöhten ADC-Verhältnis zwischen oben beschriebenen Bereichen in Relation zur zentralen weißen Substanz (p = 0,031 und p < 0,001), sowie durchschnittlich höhere ADC-Werte bei einer Feldstärke von 1,5T im Vergleich zu 3T, meist aber unsignifikant, konnte beobachtet werden. Vergleicht man die Messmethoden verschiedener Autoren (2, 7, 8, 16), die den Einfluss verschiedener Pathologien auf die Diffusionsverhältnisse im Gehirn untersuchten, so findet man zumindest periventrikulär signifikante Unterschiede (p = 0,000), die keine Vergleiche und Interpretation erlauben. Da die Variabilität der ADC-Werte innerhalb der beschriebenen ROIs insgesamt höher ist als die beobachteten Unterschiede zwischen den Patientengruppen, muss festgestellt werden, dass die MR-tomografisch gemessene Diffusion intrakraniell nicht als diagnostisches Mittel zur Objektivierung der Diagnose einer symptomatischen Pinealiszyste genutzt werden kann.
  • Background: Our aim was to determine whether the Apparent Diffusion Coefficient is able to predict the presence of a symptomatic pineal cyst by detecting cerebral edema. Methods: We retrospectively analyzed MRIs of 45 patients with pineal cysts before and after resection and 51 patients without pineal cysts, comparing ADC values of thalamus, central, periventricular and subcortical white matter. Furthermore we evaluated cyst size and morphology and analyzed its correlation to ADC values in corresponding patients. Results: Differences between patients with symptomatic pineal cyst and control group were not significant (p = 0.200 – 0.968). ADC ratios did not change significantly after resection of the cyst (p = 0.575 – 0.862). Cyst size showed no significant correlation to ADC ratios (p = 0.071 – 0.918). Raw data analyses revealed more significance, especially periventricularly and in central white matter, which resulted in significant interhemispheric differences in ADC ratios in both subgroups (p < 0.001 and p = 0.031). MRI of 1.5T showed consistently higher values than 3T but mostly insignificant. Conclusion: Our analysis revealed no evidence that pineal cysts lead to intracerebral edema caused by venous compression. Since variability was higher than the differences seen, ADC sequences do not appear to be an appropriate diagnostic tool for symptomatic pineal cysts.

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Metadaten
Author: Stephan Greisert
URN:urn:nbn:de:gbv:9-opus-141417
Title Additional (English):The role of MRI biomarkers in evaluation of symptomatic pineal cysts - a retrospective analysis
Referee:Prof. Dr. med. Henry Schroeder, Prof. Dr. med. Hans Clusmann
Advisor:PD Dr. med. Steffen Fleck
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2024
Date of first Publication:2025/12/11
Granting Institution:Universität Greifswald, Universitätsmedizin
Date of final exam:2025/12/01
Release Date:2025/12/11
Tag:Magnetresonanztomografie; Pinealiszyste; Zerebrales Ödem
GND Keyword:Neurologie
Page Number:46
Faculties:Universitätsmedizin / Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit