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Bitte verwenden Sie diesen Link, wenn Sie dieses Dokument zitieren oder verlinken wollen: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-000330-0

Förderung des Nichtrauchens bei Frauen post partum - Umsetzung und Wirksamkeit eines proaktiven Beratungskonzeptes

  • Das Rauchen von Frauen nach der Schwangerschaft birgt erhebliche gesundheitliche Risiken für die Mutter und das Neugeborene. Die Hälfte der Frauen stellt in der Schwangerschaft das Rauchen ein. Jede zweite dieser Frauen raucht innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt wieder. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit eines Beratungskonzeptes zur Förderung des Nichtrauchens, das auf der Grundlage des Transtheoretischen Modells der Verhaltensänderung (TTM) entwickelt wurde und sich proaktiv an Frauen nach der Geburt richtet, zu untersuchen. Im Einzelnen wird den Fragen nachgegangen a) inwieweit Frauen, die vor oder während der Schwangerschaft geraucht haben, nach einer Geburt durch einen proaktiven Interventionsansatz erreicht werden, b) ob bei Frauen, die während der Schwangerschaft das Rauchen eingestellt hatten, nach der Geburt eine Absicht besteht, wieder mit dem Rauchen zu beginnen, und c) wie wirksam das Beratungkonzept hinsichtlich der Verringerung des Raucherinnenanteils und hinsichtlich von TTM-Variablen, u.a. Selbstwirksamkeit, ist. Die Daten zur Bearbeitung der Fragestellungen wurden im Rahmen der Studie „Rauchentwöhnung und Rückfallprophylaxe bei Frauen post patum“ erhoben. Die Stichprobe umfasste 644 Frauen, die vor der Schwangerschaft geraucht hatten. Sie wurden über ein systematisches Screening auf sechs Geburtsstationen in Mecklenburg-Vorpommern rekrutiert und randomisiert der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Intervention bestand aus Selbsthilfebroschüren, einem persönlichen Beratungsgespräch vier Wochen nach der Geburt und zwei telefonischen Nachberatungen. Die Kontrollgruppe erhielt nur Selbsthilfebroschüren. Die Erstbefragung zum Rauchverhalten, zu Konstrukten des TTM und zur Soziodemographie erfolgte vier Wochen nach der Geburt. Zu den Nachbefragungen wurden nach sechs Monaten 566 (88%) Frauen, nach 12 Monaten 529 (82%), nach 18 Monaten 490 (76%) und nach 24 Monaten 483 (75%) Frauen erneut erreicht. Die Datenauswertung umfasste querschnittliche Beschreibungen des Rauchverhaltens sowie der Verteilung von Stadien der Änderungsbereitschaft im Sinne des TTM und multivariate statistische Verfahren, wie Logistische Regressionen und Strukturgleichungsverfahren, für die Bearbeitung längsschnittlicher Fragestellungen. Es zeigte sich eine hohe Bereitschaft der Frauen, an einer Beratung zum Rauchen teilzu-nehmen. Dabei befanden sich 38% der Frauen im Stadium der Absichtslosigkeit, das Rau-chen aufzugeben und 43% der Frauen waren bereits seit mehr als sechs Monaten abstinent. Etwa 13% der Frauen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung abstinent waren, berichteten eine Absicht, wieder mit dem Rauchen zu beginnen. Während 77% dieser Frauen inner-halb eines Jahres wieder rauchten, betrug die Rückfallrate bei Frauen ohne Absicht zum Wiedereinstieg 45%. Die Absicht, wieder zu rauchen war der bedeutsamste Prädiktor für einen Rückfall (odds ratio 3,7; 95%-Konfidenzintervall: 1,51 – 9,01). Sechs Monate nach der Geburt war in der Interventionsgruppe ein geringerer Raucherinnenanteil als in der Kontrollgruppe nachweisbar (44% vs. 32%; Chi2 = 8,37; df = 1; p = 0,004). Zu den späteren Erhebungszeitpunkten fanden sich keine Effekte zugunsten der Intervention. Im Struktur-gleichungsverfahren zeigte sich, dass die Zugehörigkeit zur Interventionsgruppe die Abs-tinenz und eine höhere Selbstwirksamkeit nach sechs Monaten, jedoch nicht nach 12 Mo-naten vorhersagte. Die vorliegende Studie zeigt, dass durch ein proaktives Beratungsangebot zur Förderung des Nichtrauchens die Mehrheit der betroffenen Frauen erreicht werden kann, insbesondere diejenigen, die von den in Deutschland bislang üblichen Interventionsange-boten nicht profitieren. Die generell hohen Rückfallraten unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Bemühungen um Präventionsangebote für Frauen, die in der Schwangerschaft das Rauchen eingestellt hatten. Dabei kann die Absicht, wieder mit dem Rauchen zu be-ginnen, hervorragend genutzt werden, um Beratungsinhalte an die individuellen Bedürf-nisse der Frauen anzupassen. Sofern das Beratungskonzept konsequent und systematisch umgesetzt wird, kann es effektiv zur Verringerung der Raucherraten und damit zur Ver-meidung gesundheitlicher Risiken bei Müttern und ihren Neugeborenen beitragen. Diese Erkenntnisse sind von grundlegender Bedeutung, da sie die Forderung nach Präventions-konzepten für diese Zielpopulation erheben lassen, in denen die Initiative zur Beratung von den Beratern selber ausgeht und in denen systematisch an alle Frauen das Beratungs-angebot herangetragen wird (proaktiver Ansatz). Zudem können Berufsgruppen, die mit der medizinischen und psychosozialen Versorgung der Frauen betraut sind, auf ein Bera-tungskonzept zurückgreifen, dass leicht erlernbar und effektiv umsetzbar ist.
  • Smoking of women after pregnancy imposes health risks for the mother and the newborn child. About 50% of the women stop smoking during pregnancy but half of these women resume smoking within six months postpartum. The aim of the study was to assess the implementation and effectiveness of a proactive smoking cessation and relapse prevention counselling approach based on the Thranstheoretical Model (TTM) of behavior change. Questions were a) in how far can women who smoked prior or during pregnancy be reached by a proactive intervention, b) is there an intention to resume smoking post partum in women who stopped smoking during pregnancy, c) is the counselling intervention effective in reducing the proportion of smokers and according to variables of the TTM, e.g. enhancing self-efficacy. Data were collected during the study “Smoking cessation and relapse prevention in women postpartum”. The sample consisted of 644 women, who smoked prior to pregnancy. Women were recruited by a systematic screening on six maternity wards in the Federal State Mecklenburg-Western Pomerania and randomised to either an intervention or control group. The intervention consisted of a self-help booklet, a counselling session four weeks after delivery and two telephone counselling sessions four and 12 weeks later. Baseline assessment of smoking status, TTM-variables and sociodemographic characteristics was conducted four weeks after delivery. Data from the follow-ups are available for 566 (88%) women at six months post partum, 529 (82%) women at 12 mnths postpartum, 490 (76%) women at 18 months postpartum and 483 (75%) women at 24 months postpartum. Dataanalysis included descriptive statistics of smoking behavior and disribution of TTM-stages of change and logistic regression analysis and structural equation modeling for longitudinal data. Data revealed a high readiness of the women to participate in smoking cessation counselling. Of these women 38% were in the precontemplation stage of change and 43% were in the maintenance stage. About 13% of the women who were abstinent four weeks post partum reported an intention to resume smoking. The relapse rate of these women was 77% within one year postpartum while the relapse rate of women without intention to resume was 45%. Intention to resume smoking was the main predictor for relapse (odds ratio 3,7; 95%-CI: 1,51 – 9,01). Six months after delivery the proportion of smokers was significantly lower in the intervention group (44%) compared to the control group (32%; Chi2 = 8,37; df = 1; p = 0,004). No intervention effect was detected after 12, 18 or 24 months. Structural equation modeling revealed that membership in the intervention group significantly predicted non-smoking and higher self-efficacy six months postpartum but not one year postpartum. The study showed that the proactive counselling concept can reach the majority of women who smoked before pregnancy especially those who do not benefit from the usual intervention offers which are available in Germany to date. The high relapse rates underline the necessity of relapse prevention. Intention to resume smoking offers a cue for tailoring these interventions. A consequent and systematic implementation of the counselling approach can effectively enhance the rate of non-smokers and prevent health risks for mothers and their newborns. Professionals dealing with women post partum should therefore proactively engage in smoking cessation and relapse prevention counselling.

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Metadaten
Author: Kathrin Röske
URN:urn:nbn:de:gbv:9-000330-0
Title Additional (English):Smoking cessation and relapse prevention in women postpartum - implementation and effectiveness of a proactive counselling approach
Advisor:Prof. Dr. Ulrich John
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2007/01/08
Granting Institution:Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Medizinische Fakultät (bis 2010)
Date of final exam:2006/11/22
Release Date:2007/01/08
Tag:Motivierende Gesprächsführung, Prävention, Transtheoretisches Modell, proaktive Intervention
GND Keyword:Beratung, Geburt, Rauchen, Rückfall, Schwangerschaft
Faculties:Universitätsmedizin / Institut für Epidemiologie u. Sozialmedizin
DDC class:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin und Gesundheit